Du sitzt im Boot, die Station am Campingplatz liegt schon hinter dir, und vor dir öffnet sich die Xakanaxa-Lagune: ein stilles, dunkles Wasser an der Spitze der Mopane-Zunge im Nordosten des Moremi-Game-Reserve, gut zwei Kilometer breit und fast vier Kilometer lang, mit einer bewaldeten Insel in der Mitte. Am Ufer steht Schilf, dahinter beginnen die Kanäle, die sich durch das Delta ziehen.
Hier hört das trockene Wildgebiet auf und das Wasser fängt an. Anders als die Pfannen und Furten weiter südlich führt die Lagune das ganze Jahr Wasser. Und sie ist einer der wenigen Orte im Reservat, an denen du als Selbstfahrer aufs Wasser kommst, ohne in ein Fly-in-Camp zu fliegen: Die Bootsstation liegt zu Fuß vom öffentlichen Campingplatz, gebucht wird vor Ort, meist am Morgen für denselben Tag.
Vom Boot aus siehst du, was dir vom Auto aus entgeht. Flusspferde tauchen auf und schnauben, Elefanten kommen zum Trinken ans Ufer, und in den Bäumen der Lagune bauen Gelbschnabelstörche und Reiher ihre Nester. Xakanaxa gilt als eines der großen Vogelgebiete des Deltas. Wer früh oder spät am Steg sitzt, hört mit etwas Glück die Bindenfischeule, eine große rotbraune Eule, die nachts über dem Wasser Fische jagt.
Die längste Fahrt führt zur Reiherkolonie in der Gcodikwe-Lagune, rund 18 Kilometer durch die Kanäle, etwa anderthalb Stunden je Richtung. Für die kurze Runde reichen zwei Stunden: über die offene Lagune, an der Insel vorbei und ein Stück in die Kanäle hinein. Beides endet, bevor es dunkel wird.