Du sitzt in einem Erdloch, die Kamera auf einem kleinen Sandsack, das Fenster genau auf Höhe des Wasserspiegels. Draußen dröhnt der Boden, dann schiebt sich die erste Elefantenkuh ins Bild, so nah, dass du jede Falte ihrer Haut siehst. Das ist das Mashatu Game Reserve: 42.000 Hektar privates Land in der äußersten Ostecke Botswanas, dort, wo Limpopo und Shashe zusammenfließen und Botswana, Südafrika und Simbabwe aneinanderstoßen.
Zäune gibt es hier keine. Du fährst über offene Ebenen, durch Galeriewald am Fluss, an Felshügeln und Sandsteinrücken vorbei. Mashatu nennt sich Land der Giganten und meint damit sieben Arten: Elefanten, Löwen, Giraffen, Elenantilopen, Strauße, Riesentrappen und die dicken Baobabs. Im Januar ziehen Herden mit bis zu 200 Elefanten über das frische Grün. Leoparden, Geparden, Löwen und Hyänen gehören zu den Raubtieren, die die Guides fast täglich finden, und über 350 Vogelarten leben im Reservat.
Ein Tagesticket gibt es nicht. Du wohnst in einem der Camps und bist im offenen Wagen des Camps unterwegs, immer mit einem Guide. Weil Mashatu privat ist, darfst du hier, was im Nationalpark nicht geht: zu Fuß gehen, Rad fahren, ausreiten, nachts auf Pirsch.
Das Besondere sind die Fotohütten am Wasserloch. In Matebole sitzt du mit höchstens acht Leuten auf Bodenhöhe, rund drei Stunden am Vormittag oder am Nachmittag. In der Übernachtungshütte Lala Limpopo an Pete’s Pond bleibst du von 16 Uhr bis 9 Uhr am nächsten Morgen, mit Licht am Wasser und Sensoren, die dich wecken, wenn sich draußen etwas bewegt. Von Dezember bis Februar sind beide Hütten wegen der Regenzeit zu.