auch: Große Gnuwanderung · Great Wildebeest Migration · Tierwanderung in der Serengeti
Bis zum Horizont nur Gnus, und die ganze Ebene ist in Bewegung.
Millionen Gnus, Zebras und Gazellen ziehen in einem ganzjährigen Kreislauf durch das Ökosystem. Dezember bis März stehen die Herden im Süden, die meisten Kälber kommen Ende Januar und im Februar zur Welt, ab April wandern sie nach Norden durch die zentralen und westlichen Regionen, Juni bis Juli erreichen sie den Grumeti, August bis September die Masai Mara in Kenia, ab Oktober kehren sie langsam zurück. Die genauen Zeiten schwanken mit den Regenfällen.
Du stehst im offenen Wagen, und so weit du schauen kannst, grasen Gnus. Es sind nicht Dutzende, nicht Hunderte, es ist eine Herde, die erst am Horizont aufhört. Das ist die Great Migration: der große Zug der Gnus, Zebras und Gazellen durch das Ökosystem aus Serengeti und Masai Mara. Bei der Zählung im März 2023 standen rund 1,37 Millionen Gnus auf den Ebenen, dazu Zebras und Gazellen in Hunderttausenden.
Die Herden folgen dem Regen und dem frischen Gras, im Uhrzeigersinn auf einem Rundweg von rund 800 Kilometern. Weil sie dabei hin und her pendeln, legt ein einzelnes Gnu im Jahr eher 2.500 Kilometer zurück. Von Dezember bis März stehen sie auf den kurzgrasigen Ebenen im Süden rund um Ndutu. Im Februar kommen dort in zwei bis drei Wochen bis zu 500.000 Kälber zur Welt, und Löwen, Hyänen und Geparde sind dann ständig in der Nähe.
Wenn im Mai der große Regen endet, ziehen die Herden durch die Mitte des Parks nach Nordwesten zum Grumeti. Von Juli bis Oktober stehen sie im Norden und in der kenianischen Masai Mara, im November wandern sie durch den Osten zurück nach Süden. Wann genau sie wo sind, bestimmt der Regen, und der hält sich an keinen Kalender. Darum fragst du am besten nicht nach dem Monat, sondern danach, wo die Herden zuletzt standen.
Rechne bei der Planung mit zwei Tickets: Ndutu und große Teile der Südebenen gehören zum Ngorongoro-Schutzgebiet, nicht zum Nationalpark. Dafür darfst du dort in freigegebenen Bereichen die Piste verlassen, im Nationalpark nirgends. Die großen Flussquerungen am Grumeti und am Mara und das Seronera-Tal haben eigene Seiten.
Warum hin
Darum lohnt sich die Great Migration
Wo die Herden gerade stehen, schaust du nicht auf einzelne Tiere, sondern auf eine Herde bis zum Horizont, die sich den ganzen Tag bewegt.
In der Kalbungszeit zwischen Ende Januar und Februar kommen die meisten Kälber innerhalb weniger Wochen zur Welt, und die Raubtiere sind dann ständig unterwegs.
Rund um Ndutu gibt es freigegebene Bereiche, in denen du die Piste verlassen und dich einer Szene nähern darfst. Im Nationalpark selbst ist das nirgends erlaubt.
Die Herden stehen das ganze Jahr über irgendwo im Ökosystem, du musst also keinen einzelnen Monat erwischen, sondern die richtige Ecke.
Aus Reiseberichten und Foren
Unsere Geheimtipps für die Great Migration
Für die Kalbungszeit brauchst du ein zweites TicketVon Dezember bis März stehen die Herden meist rund um Ndutu, und das liegt größtenteils im Ngorongoro-Schutzgebiet. Dort zahlst du ein eigenes Ticket, das für eine Einfahrt innerhalb von 24 Stunden gilt. Rechne es ein, bevor du eine Februar-Reise nur mit dem Serengeti-Tarif planst.
Zum Fotografieren ist im Februar das Schutzgebiet die bessere WahlIm Nationalpark bleibt jeder Wagen auf der Piste. Im Ngorongoro-Schutzgebiet, zu dem Ndutu gehört, gibt es dagegen freigegebene Bereiche, in denen dein Fahrer die Piste verlassen darf. Darum verlegen Fotografen die Kalbungszeit gern dorthin. Frag vorher, was in dem Abschnitt gerade gilt, denn die Freigabe ist räumlich und zeitlich begrenzt.
Frag nach dem Standort der Herden, nicht nach dem MonatDie Monatskarten in den Prospekten zeigen ein Mittel aus vielen Jahren. Kommt der Regen früher oder später, verschiebt sich alles mit, manchmal um Wochen. Lass dir vor der Buchung sagen, wo die Herden in den letzten Tagen standen, und leg deine Nächte danach fest.
Schlaf dort, wo die Herden gerade sindMobile Camps ziehen mit der Migration mit und stehen jeweils dort, wo gerade etwas los ist. So sparst du dir morgens lange Anfahrten und bist mit dem ersten Licht bei den Tieren.
Die Great Migration zieht durch das ganze Serengeti-Ökosystem, vom Ndutu-Gebiet im Süden über die Mitte um Seronera und den Grumeti im Westen bis an den Mara und in die kenianische Masai Mara im Norden. Das Haupttor Naabi Hill erreichst du von Arusha in 6 bis 7 Stunden.
So kommst du hin
Naabi Hill, Haupttor im SüdenTor · 6 bis 7 Std. ab Arusha
Seronera, ParkmitteAirstrip · gut 1 Std. ab Naabi Hill
Lake Ndutu, KalbungsgebietOrt · eigener Airstrip, Ticket des Ngorongoro-Schutzgebiets
Kogatende, Norden am MaraAirstrip · 4 bis 5 Std. Fahrt nach Seronera
Die Great Migration ist das ganze Jahr unterwegs, die Frage ist nur, wo. Im Januar und Februar stehen die Herden im Süden, und die meisten Kälber kommen zur Welt. Im April und Mai regnet es am meisten, manche Pisten sind dann kaum befahrbar. Von Juni bis Oktober ist Trockenzeit, die Herden ziehen über den Westen in den Norden. Im November und Dezember wandern sie zurück, wann genau, bestimmt der Regen.
Oktober empfohlen
Der Oktober ist eine der besten Reisezeiten für die Great Migration. Im Oktober ist bei der Great Migration eher wenig los, gute Chancen also, dass du fast allein bist.
Herden im Norden und in der Masai Mara Norden
06:22Sonnenaufgang
18:31Sonnenuntergang
12,2 hTageslicht
Monatsmitte, Ortszeit (UTC+3).
Dein Tag bei der Great Migration
Hell und dunkel im gewählten Monat, dazu ein Vorschlag für deinen Ablauf.
68101214161820
06:00–07:30Ab 6 Uhr darfst du fahren. Um diese Zeit bist du fast allein bei den Herden, und die Raubtiere sind noch unterwegs.
07:30–09:00Die Herden setzen sich in Bewegung. Wo Gnus in langen Reihen ziehen, siehst du jetzt, in welche Richtung die Wanderung geht.
09:00–15:00Ab 9 Uhr kommen die meisten Pirschfahrten. Über Mittag dösen Löwen und Geparde im Schatten, die Herden grasen weiter.
15:00–18:00Am späten Nachmittag werden die Jäger wieder munter, das Licht wird weich. Um 18 Uhr endet die Fahrzeit im Park.
Schieb den Regler durchs Jahr und sieh, wohin die Herden ziehen. Die Regionen sind die der Parkkarte, die Zeiten sind ein Mittel aus vielen Jahren. Kommt der Regen früher oder später, verschiebt sich alles mit.
Die ersten Kälber: Die Herden stehen auf den kurzgrasigen Ebenen um Ndutu. Ende Januar kommen die ersten Kälber zur Welt.
Höhepunkt der Kalbungszeit: In zwei bis drei Wochen werden bis zu 500.000 Kälber geboren. Löwen, Hyänen und Geparde sind ständig in der Nähe.
Volle Ebenen im Süden: Die ganze Herde steht noch auf den Südebenen. Genau dann zählt die Wildtierforschung die Gnus aus der Luft.
Aufbruch nach Norden: Die Herden lösen sich vom Süden und ziehen langsam Richtung Mitte. Viele Pisten sind jetzt schlammig.
Lange Reihen durch die Mitte: Wenn der Regen endet, ziehen die Gnus in langen Kolonnen durch die Mitte nach Nordwesten.
Sammeln am Grumeti: Im Westlichen Korridor sammeln sich die Herden am Grumeti, meist bis Ende Juni.
Weiter in den Norden: Die Herden queren den Grumeti und ziehen nach Norden. Die ersten erreichen den Mara.
Hin und her über den Mara: Die Herden stehen im Norden und in der Masai Mara und wechseln immer wieder über den Fluss.
Mitten in der Trockenzeit: Noch immer Norden und Masai Mara. Wo es Wasser und Gras gibt, drängen sich die Tiere.
Warten auf den Regen: Die letzten Wochen im Norden. Sobald im Süden der erste Regen fällt, werden die Herden unruhig.
Rückweg durch den Osten: Anfang November brechen die Herden nach Süden auf und ziehen durch den Osten des Parks zurück.
Zurück auf den Südebenen: Im Dezember sind die meisten Herden wieder im Süden. Das Gras ist frisch, der Kreis schließt sich.
Gnus sind die Hauptdarsteller, aber sie ziehen nicht allein. Zebras und Gazellen wandern mit, und wo so viele Tiere unterwegs sind, sind die Jäger nicht weit.
Foto: Giles Laurent, CC BY-SA 4.0
Gnu
Eine Antilope mit Bart, Mähne und gebogenen Hörnern, die ein wenig an ein Rind erinnert. In der Serengeti leben die meisten Gnus in einer einzigen großen Herde.
Sichtungschance
In der Region der HerdenOft
Anderswo im ParkSelten
Wo du sie findest
dort, wo die Herden gerade stehen, siehe Wanderung Monat für Monat
So verhältst du dich
Bleib auf der Piste und lass die Kolonnen vorbeiziehen. Wer mitten in einen Zug fährt, reißt Mütter und Kälber auseinander.
Foto: Giles Laurent, CC BY-SA 4.0
Steppenzebra
Das Zebra der Savanne. Zebras ziehen mit den Gnus, oft ein Stück vor ihnen, und fressen das längere Gras.
Sichtungschance
Oft
Wo du sie findest
zwischen und vor den Gnuherden, auch abseits der Migration im ganzen Park
So verhältst du dich
Zebras sind schreckhaft. Motor aus, leise sprechen, dann bleiben sie meist stehen.
Foto: Charles J. Sharp, CC BY-SA 4.0
Thomson-Gazelle
Eine kleine, zierliche Gazelle mit schwarzem Streifen an der Flanke. Sie zuckt fast ununterbrochen mit dem Schwanz.
Sichtungschance
Oft
Wo du sie findest
auf den kurzgrasigen Ebenen, besonders im Süden
So verhältst du dich
Gazellen flüchten früh. Fahr langsam heran und halte an, bevor sie loslaufen.
Foto: Giles Laurent, CC BY-SA 4.0
Löwe
Die größte Katze Afrikas, lebt in Rudeln. Wo die Herden stehen, haben Löwen leichte Beute.
Sichtungschance
Gute Chance
Wo du sie findest
am Rand der Herden, tagsüber oft im Schatten von Bäumen oder Felsen
So verhältst du dich
Im Wagen sitzen bleiben, Arme drinnen. Ruhig beobachten, nicht hupen.
Foto: Charles J. Sharp, CC BY-SA 4.0
Tüpfelhyäne
Ein gefleckter Jäger mit kräftigem Gebiss, der viel selbst jagt und nicht nur Reste frisst.
Sichtungschance
Gute Chance
Wo du sie findest
bei den Herden, vor allem in der Kalbungszeit auf den Südebenen
So verhältst du dich
Hyänen sind neugierig und kommen nah an die Wagen. Nichts füttern, nichts aus dem Fenster werfen.
Foto: Giles Laurent, CC BY-SA 4.0
Gepard
Die schnellste Katze, schlank und mit schwarzen Tränenstreifen im Gesicht. Er jagt am Tag auf offenen Ebenen.
Sichtungschance
Selten
Wo du sie findest
auf den offenen Südebenen und bei Ndutu, oft auf Erdhügeln oder Termitenbauten
So verhältst du dich
Halt Abstand, wenn ein Gepard jagt. Ein Wagen zu nah verdirbt ihm die Jagd, und er muss lange auf die nächste Gelegenheit warten.
Die Herden waren nicht immer so groß. Eine Viehseuche hielt sie über Jahrzehnte klein, ein Film machte sie weltberühmt, und seit den Siebzigern ziehen über eine Million Gnus durch die Serengeti.
um 1930
Erste Bilder aus der Luft
Der Schweizer Flugpionier Walter Mittelholzer fliegt zum Kilimandscharo und fotografiert unterwegs Gnuherden in der Serengeti. Die Bilder liegen heute in der ETH-Bibliothek Zürich.
1955
Rund 190.000 Gnus
So wenige Gnus leben damals in der Serengeti. Die Rinderpest, eine Viehseuche, springt immer wieder von den Rindern auf die Wildtiere über.
1958
Die Rinder werden geimpft
Rund um die Serengeti wird das Vieh gegen die Rinderpest geimpft. Damit verschwindet die Seuche auch bei den Gnus, und die Herden beginnen zu wachsen.
1959
„Serengeti darf nicht sterben“
Der Film „Serengeti darf nicht sterben“ kommt heraus. Für ihn haben Bernhard und Michael Grzimek die Herden zuvor aus dem Flugzeug gezählt. Michael stirbt im Januar 1959 bei einem Absturz, der Film gewinnt 1960 den Oscar.
1963 bis 1977
Die große Zunahme
Ohne die Seuche wächst die Herde Jahr für Jahr. Ende der Siebziger sind es erstmals über eine Million Gnus.
1993 und 1994
Die Dürre
Nach Jahren mit stabilen Zahlen bleibt der Regen aus. Das Gras wird knapp, und die Herde schrumpft deutlich.
März 2023
Rund 1,37 Millionen Gnus
Die tansanische Wildtierforschung zählt die Herde zum 25. Mal aus der Luft, während alle Tiere auf den Südebenen stehen. Es ist einer der höchsten Werte seit Beginn der Zählungen.
Ehrlich gesagt
Passt die Great Migration zu dir?
Ja, wenn …
Du willst einmal eine Herde sehen, die bis zum Horizont reicht.
Du hast Zeit, zwei oder drei Tage dort zu bleiben, wo die Tiere gerade stehen.
Du willst im Februar neugeborene Kälber und die Jäger dazu erleben.
Du lässt dich gern auf den Regen ein und planst nach den Herden statt nach dem Kalender.
Eher nicht, wenn …
Du hast nur einen Tag und willst ein ganz bestimmtes Ereignis sehen.
Du suchst Ruhe zur Hochsaison im Juli und August, dann ist im Norden viel los.
Du reist im April oder Mai und willst jeden Winkel des Parks erreichen.
Inspiration
Die Great Migration in Bildern
Herden bis zum Horizont, Zebras zwischen den Gnus und ein Blick fast hundert Jahre zurück: so sieht die Wanderung zu verschiedenen Zeiten des Jahres aus.
Bei der Migration entscheidet die Planung viel: welcher Monat, welche Region, welches Ticket. Hier steht, worauf du achten solltest.
Tickets
Für den Nationalpark zahlst du rund 75 € pro Tag, für Ndutu und die Südebenen kommt ein eigenes Ticket des Ngorongoro-Schutzgebiets dazu, rund 60 €. An den Toren zahlst du nur mit Karte.
Region wählen
Leg zuerst den Monat fest und such dann die Region: Dezember bis März der Süden, Juni und Juli der Westen, Juli bis Oktober der Norden. Frag kurz vor der Reise nach, wo die Herden zuletzt standen.
Fahrzeiten
Vom Haupttor Naabi Hill bis Seronera fährst du gut eine Stunde, von Kogatende im Norden nach Seronera vier bis fünf Stunden. Zwischen den Regionen kannst du auch fliegen.
Früh buchen
Für Juli bis Oktober im Norden sind Lodges teils ein bis zwei Jahre im Voraus belegt. Wer dort sicher schlafen will, bucht früh.
Torzeiten
Gefahren wird von 6 bis 18 Uhr, Nachtfahrten sind nicht erlaubt. Sei spätestens um 15 Uhr am Tor, die Abfertigung kann dauern.
Du fragst
Fragen und Antworten zur Great Migration
Wann sind die Herden der Great Migration wo?
Von Dezember bis März stehen sie auf den Südebenen rund um Ndutu. Im April und Mai ziehen sie durch die Mitte nach Nordwesten, im Juni und Juli sind sie am Grumeti im Westen. Von Juli bis Oktober stehen sie im Norden und in der Masai Mara, im November wandern sie zurück nach Süden. Der Regen kann alles um Wochen verschieben.
Brauche ich für die Kalbungszeit ein zusätzliches Ticket?
Ja, wenn du nach Ndutu fährst. Das Gebiet gehört zum großen Teil zum Ngorongoro-Schutzgebiet, nicht zum Nationalpark. Das Ticket kostet rund 60 € für Erwachsene und rund 20 € für Kinder von 5 bis 15 Jahren, jüngere Kinder zahlen nichts. Es gilt für eine Einfahrt innerhalb von 24 Stunden.
Sehe ich die Migration sicher?
Gnus siehst du fast immer, denn die Herden sind das ganze Jahr irgendwo unterwegs. Eine Flussquerung oder eine Geburt auf der Ebene lässt sich dagegen nicht planen. Je mehr Tage du in der richtigen Region bleibst, desto besser stehen deine Chancen.
Wie viele Tiere ziehen bei der Great Migration mit?
Bei der Zählung im März 2023 waren es rund 1,37 Millionen Gnus. Dazu kommen 200.000 bis 260.000 Zebras und Hunderttausende Gazellen. Zusammen sind es über zwei Millionen Tiere.
Welcher Monat ist der beste für die Great Migration?
Das hängt davon ab, was du sehen willst. Für Kälber und Raubtiere auf offenen Ebenen ist der Februar im Süden die beste Zeit. Für große Herden im Norden und Querungen am Mara reist du von Juli bis Oktober. Am schwierigsten sind April und Mai, dann regnet es am meisten.
Woher wir das wissen
Quellen und Stand
Geprüft am 11. Oktober 2026
Eigene Recherche von Synapsenbrenner, Stand 22. September 2026