Felsen · Highlight

Die Moru Kopjes

Granitinseln im Grasmeer. Du schlägst einen Stein gegen den Fels, und er antwortet wie Metall.

Eindrucksvolle Granitformationen mitten in der Ebene, mit Massai-Felsmalereien und dem Gong Rock, einem Block, der beim Anschlagen klingt. Die Region ist zugleich das Kerngebiet der Spitzmaulnashörner des Parks, die dort rund um die Uhr bewacht werden.

Besuchsdauer
2 bis 3 Stunden
Trubel
2 von 5
Beste Reisezeit
Jan–Feb, Jun–Okt
Nächstes Tor
Naabi Hill, 26 km Luftlinie

Wo genau?

Alle 4 Bilder
Kopjes Felsen in der Serengeti
Kuhantilopen auf dem trockenen Ufer des Lake Magadi in der SerengetiFoto: mwanasimba from La Réunion, CC BY-SA 2.0
Felsmalerei mit Schilden und Elefanten in Rot, Weiß und SchwarzFoto: Alessandro Passaré, CC BY-SA 3.0

Stell dir eine endlose, goldene Grasebene vor. Und mittendrin, wie hingeworfen, riesige rundgeschliffene Granitblöcke, auf denen Löwen in der Sonne dösen. Das sind die Moru Kopjes: Granitinseln im Südwesten der zentralen Serengeti, weit weg von der vollen Runde um Seronera. Entsprechend stehen hier an einer Sichtung deutlich weniger Fahrzeuge.

Zwischen den Felsen sammelt sich Regenwasser, im Schatten liegen die Raubtiere, und oben auf den Kuppen sitzen Klippschliefer und schauen dir beim Fotografieren zu. Ein kurzer Weg führt die Granitplatten hinauf zu den Massai-Felsmalereien: Schilde, Elefanten und Figuren in Rot, Weiß und Schwarz, gemalt aus Ton und Asche von jungen Kriegern, die hier ihre Fleischlager hielten. Du gehst nur mit Begleitung hinauf, damit die Bilder bleiben.

Ein paar Schritte weiter wartet der Gong Rock. Nimm einen Stein, schlag auf eine der runden Mulden, und der Fels antwortet mit einem metallischen, nachhallenden Ton. Die Mulden sind über lange Zeit durch genau solche Schläge entstanden; die Massai haben sich mit dem Klang verständigt und ihn bei Zeremonien genutzt.

Und dann ist da noch das, was Moru zu einem besonderen Ort macht: Hier leben die Spitzmaulnashörner der Serengeti. 1993 waren nur noch drei übrig, heute wächst der Bestand wieder, rund um die Uhr bewacht von einer eigenen Ranger-Einheit. Mit diesen Rangern kannst du auf Nashorn-Pirsch gehen. Buch sie am Vortag, dann gehört dir der Morgen.

Warum hin

Darum lohnen sich die Moru Kopjes

  1. Die Massai-Felsmalereien sind eine der wenigen Stellen im Park, an denen du eine menschliche Spur siehst und nicht nur Tiere und Landschaft.
  2. Der Gong Rock klingt wirklich, du darfst ihn anschlagen, und die Vertiefungen darin sind von Hand entstanden.
  3. Hier leben die Spitzmaulnashörner der Serengeti, bewacht von einer eigenen Ranger-Einheit.
  4. Moru liegt abseits der üblichen Runde um Seronera, entsprechend weniger Fahrzeuge stehen an einer Sichtung.

Aus Reiseberichten und Foren

Unsere Geheimtipps für die Moru Kopjes

  • Die Nashorn-Pirsch musst du vorher buchen, nicht vor Ort entscheiden Die geführte Nashorn-Beobachtung kostet extra und läuft nicht spontan. Die Genehmigung bekommst du im TANAPA-Büro an der Landebahn Seronera, danach triffst du die Ranger am Posten Moru. Wer das erst am Morgen anstößt, verliert den Vormittag.
  • Nimm einen Stein mit ans Gong Rock Der Klang entsteht nur, wenn man mit einem harten Stein auf die Vertiefungen schlägt, nicht mit der Hand. Am Felsen selbst liegt nicht immer etwas Passendes herum. Frag deinen Fahrer, er weiß, wo die Schlagsteine liegen, und er kennt die Stellen, die den besten Ton geben.
  • Rechne die Anfahrt ein, Moru ist kein Abstecher Die Kopjes liegen im Südwesten des zentralen Parkgebiets und damit deutlich abseits der Runde, die die meisten von Seronera aus fahren. Genau das ist der Grund, warum dort wenig los ist. Plane Moru als eigenes Tagesziel ein statt als Punkt zwischen zwei anderen, sonst wird die Zeit vor Ort knapp.
über dem Meer, am Übergang von der Ebene ins Waldland
1.636 m
Granitinseln und Kandelaber-Wolfsmilch
116 km²
Spitzmaulnashörner hielten sich hier um 2003 noch
10
kostet die Nashorn-Pirsch mit Rangern, pro Person
105 €

Wo genau

Lage und Anreise zu den Moru Kopjes11

Die Moru Kopjes liegen im Südwesten der zentralen Serengeti, mitten im Serengeti-Nationalpark: rund 33 Kilometer südlich von Seronera und 26 Kilometer westlich des Haupttors Naabi Hill, jeweils Luftlinie. Der Gong Rock steht am nordöstlichen Rand der Felsgruppe.

So kommst du hin

  • Naabi HillTor · rund 1 bis 1,5 Std. Fahrt
    26 km
  • SeroneraAirstrip · 40 Min. bis 1,5 Std. Fahrt, je nach Ziel im Gebiet
    33 km

Kilometer in Luftlinie, die Fahrt ist länger.

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Wann hin

Beste Reisezeit für die Moru Kopjes

Die Moru Kopjes sind das ganze Jahr erreichbar. Am schönsten ist es in der Trockenzeit von Juni bis Oktober und im Januar und Februar. In der großen Regenzeit von März bis Mai werden einzelne Pisten schwierig. Moru liegt auf der Route der Gnu-Herden: Nach Norden ziehen sie meist im Mai und Juni durch, zurück nach Süden im November und Dezember.

Oktober empfohlen

Der Oktober ist eine der besten Reisezeiten für die Moru Kopjes. Im Oktober ist an den Moru Kopjes eher wenig los, gute Chancen also, dass du fast allein bist.

06:21Sonnenaufgang
18:31Sonnenuntergang
12,2 hTageslicht

Monatsmitte, Ortszeit (UTC+3).

Dein Tag an den Moru Kopjes

Hell und dunkel im gewählten Monat, dazu ein Vorschlag für deinen Ablauf.

  • 06:00–07:00Ab 6 Uhr darfst du im Park fahren. Starte in Seronera mit dem ersten Licht.
  • 07:00–08:30Die Fahrt hinunter zu den Kopjes dauert 40 Minuten bis anderthalb Stunden.
  • 08:30–11:30Nashorn-Pirsch mit den Rangern ab dem Posten Moru, wenn du die Genehmigung schon hast.
  • 11:30–13:00Felsmalereien und Gong Rock, ein kurzer Fußweg mit Begleitung.
  • 15:00–18:00Rückweg über den Lake Magadi. Um 18 Uhr endet die Fahrzeit im Park.
  • 06:21Sonnenaufgang im Oktober
  • 18:31Sonnenuntergang

Zum Antippen

Schlag den Gong Rock an4

Der Gong Rock ist einer von wenigen Klangsteinen in der Serengeti. Probier es hier aus, bevor du vor dem echten stehst.

Nachgebauter Klang, keine Aufnahme. Gebaut nach den Beschreibungen „metallisch, nachhallend“. Der echte Fels klingt je nach Mulde anders. Antippen, und der Ton breitet sich aus.

Die Geschichte der Nashörner

Vom Beinahe-Ende zurück678

In den 1970ern begann in der Serengeti die Wilderei. Bis in die 1990er waren die Spitzmaulnashörner fast verschwunden. Moru ist der Ort, an dem sie zurückkamen.

  1. 1970er

    Die Wilderei beginnt

    Im Serengeti-Mara-Gebiet lebten über 2.000 Spitzmaulnashörner. Bis in die späten 1990er bleiben fast keine übrig.

  2. 1980

    50 Tiere gezählt

    Eine Zählung von Markus Borner findet noch 50 Nashörner im Park.

  3. 1993

    Drei bei Moru

    In den Kopjes leben nur noch drei Spitzmaulnashörner.

  4. um 2003

    Rund zehn

    Bei Moru hat sich eine kleine Gruppe von etwa zehn Tieren gehalten.

  5. 2019

    Verstärkung aus Südafrika

    Neun Spitzmaulnashörner werden aus Südafrika in die Serengeti geflogen.

  6. heute

    Unter Schutz

    Die Nashörner von Moru stehen unter besonderem Schutz. Mit Glück siehst du eines bei der Nashorn-Pirsch.

Am Lagerfeuer erzählt

Rajabu, der Bulle, der 110 Kilometer lief

Die Guides in Moru erzählen sie gern am Abend: Als in der Serengeti kaum noch Nashörner lebten, machte sich ein Bulle namens Rajabu aus dem Ngorongoro-Krater auf den Weg. Rund 110 Kilometer zog er durch die Ebenen, allein, bis er in den Kopjes von Moru auf die letzten zwei Weibchen traf. Von ihnen, so heißt es, stammen viele der Nashörner ab, die du heute hier mit Glück siehst.
Erzählt von Safari-Guides, nicht amtlich belegt.

Wer dir begegnet

Tiere an den Moru Kopjes2

Die Felsen sind Ausguck, Schattenplatz und Zuhause zugleich. Diese Tiere triffst du hier am ehesten, und so verhältst du dich, wenn es so weit ist.

Klippschliefer in der SerengetiFoto: Naturedata, CC0

Klippschliefer

Kaninchengroße Pflanzenfresser, die in Felsspalten leben. Ihre nächsten Verwandten sind Elefanten und Seekühe.

Sichtungschance
Oft
Wo du sie findest

auf den Felskuppen, oft in Gruppen in der Morgensonne

So verhältst du dich

Bleib ruhig im Fahrzeug, sie gewöhnen sich schnell an dich.

Löwin auf einem Kopje in der SerengetiFoto: Richard Mortel from Riyadh, Saudi Arabia, CC BY 2.0

Löwen und Leoparden

Die Kopjes sind ihre Aussichtstürme: Von oben sehen sie weit über die Ebene.

Sichtungschance
Gute Chance
Wo du sie findest

auf und zwischen den Felsen, im Schatten am Mittag

So verhältst du dich

Motor aus, nicht rufen, im Fahrzeug bleiben.

Zwergflamingos, hier im Ngorongoro-KraterFoto: William Warby from London, England, CC BY 2.0

Flamingos

Rosa- und Zwergflamingos, die im flachen, salzigen Wasser nach Nahrung suchen.

Sichtungschance
Gute Chance
Wo du sie findest

am Lake Magadi, gleich nordöstlich der Kopjes

So verhältst du dich

Halte Abstand, sonst fliegt der ganze Schwarm auf.

Spitzmaulnashorn, hier im Ngorongoro-KraterFoto: Raf24, CC BY-SA 4.0

Spitzmaulnashorn

Das seltenste große Tier der Serengeti. Moru ist sein Kerngebiet, jedes Tier wird bewacht.

Sichtungschance
Von der PisteGlückssache
Mit den RangernPlanbar, ohne Garantie
Wo du sie findest

im Buschland rund um die Kopjes

So verhältst du dich

Folge den Rangern, halte Abstand, sei leise. Eine Garantie gibt es auch mit Pirsch nicht.

Verhalten vor Ort

Damit die Bilder bleiben

Die Malereien und der Gong Rock haben Generationen überstanden. Damit das so bleibt, gelten an den Kopjes ein paar einfache Regeln. Bitte halte dich daran und sei respektvoll.

Malereien nicht anfassen

Der Zugang ist beschränkt, damit die Bilder bleiben. Anfassen ist tabu.

Nur begleitet

Der Zugang zu den Malereien ist beschränkt und läuft mit Begleitung.

Mit Stein, nicht mit der Hand

Der Gong klingt nur mit einem harten Schlagstein. Dein Fahrer weiß, wo sie liegen.

Aussteigen nur, wo es erlaubt ist

Steig nur dort aus, wo dein Guide es erlaubt.

Ehrlich gesagt

Passen die Moru Kopjes zu dir?

Ja, wenn …

  • Du willst in der Wildnis auch eine menschliche Spur sehen, nicht nur Tiere.
  • Du gibst einem Ort einen ganzen Vormittag und fährst nicht nur vorbei.
  • Ein Spitzmaulnashorn ist dir 105 Euro und frühes Planen wert.

Eher nicht, wenn …

  • Du hast nur einen halben Tag im Zentrum und willst möglichst viele Katzen.
  • Du erwartest ein Nashorn auf Bestellung. Das gibt es hier nicht, auch nicht mit Pirsch.

Inspiration

Die Moru Kopjes in Bildern

Granit, Felsmalereien und weite Ebene: So sehen die Moru Kopjes aus.

Gut zu wissen

Hilfreiche Infos zu den Moru Kopjes

Was du vor deinem Besuch wissen solltest, damit der Tag an den Kopjes entspannt läuft.

Genehmigung

Die Nashorn-Pirsch buchst du im TANAPA-Büro an der Landebahn Seronera. Am besten schon am Vortag, dann verlierst du morgens keine Zeit.

Anfahrt

Von Seronera brauchst du 40 Minuten bis anderthalb Stunden, je nachdem, wohin du im Gebiet willst.

Kombinieren

Den Lake Magadi kannst du gut dazunehmen, er liegt gleich nordöstlich der Kopjes. Mit etwas Glück stehen dort Flamingos.

Mitnehmen

Pack Wasser und ein Mittagessen ein, wenn du einen halben Tag bleibst. Ein Fernglas lohnt sich für die Felskuppen.

Du fragst

Fragen und Antworten zu den Moru Kopjes

Sehe ich an den Moru Kopjes ein Nashorn?

Moru ist das Kerngebiet der Spitzmaulnashörner der Serengeti, aber eine Sichtung von der Piste aus ist Zufall. Wer sie gezielt sucht, bucht die geführte Nashorn-Pirsch mit den Rangern des Parks. Eine Garantie gibt auch die nicht.

Was kostet die Nashorn-Pirsch?

Rund 105 € pro Person und Fahrt, die Mehrwertsteuer von 18 Prozent ist schon enthalten. Der Parkeintritt ist damit nicht abgegolten, er kommt dazu. Die Genehmigung gibt es im TANAPA-Büro an der Landebahn Seronera.

Darf ich zu den Felsmalereien laufen?

Ja, ein kurzer Weg führt die Granitplatten hinauf. Der Zugang ist aber beschränkt und erfolgt in Begleitung, damit die Bilder erhalten bleiben. Anfassen ist tabu.

Warum heißt der Gong Rock so?

Weil er klingt. Der Block trägt Dutzende runder Vertiefungen, die über lange Zeit durch Schläge mit Steinen entstanden sind. Trifft man sie, gibt der Fels einen metallischen, nachhallenden Ton. Die Massai haben ihn zur Verständigung und bei Zeremonien genutzt.

Wie alt sind die Felsmalereien an den Moru Kopjes?

Das ist nicht genau datiert. Gemalt haben sie junge Massai-Krieger, die den Platz für ihre Fleischlager nutzten. Eine genaue Jahreszahl gibt es nicht.