Staub liegt in der Luft, dann kommt die Herde den Hang herunter, Kühe, Halbstarke, ganz vorn ein Kalb, das kaum über die Böschung schaut. Am Wasser drängen sich die grauen Rücken, Rüssel tauchen ein, Schlamm klatscht auf die Haut, und du sitzt ein paar Meter weiter im Auto und hältst den Atem an. Das sind die Wasserlöcher in Addo, das Herz des Addo-Elephant-Nationalparks im Ostkap, nordöstlich von Gqeberha.
Kaum jemand ahnt, dass dieses Wasser gemacht ist. Im Addo-Abschnitt gibt es keinen Fluss und keine Quelle, fast jede Wasserstelle hängt an einem Bohrloch, und die kleinen Pfannen dazwischen bleiben trocken, außer in Jahren mit außergewöhnlich viel Regen. Der Park dreht deshalb selbst am Hahn: Eine Kette von Stellen zwischen Marion Baree im Süden und Domkrag im Norden bekommt viel Wasser, eine Art unsichtbarer Fluss. Alle anderen Stellen bekommen nur so viel, wie Zebras, Antilopen und Warzenschweine brauchen.
So lenkt der Park über die Füllung, wo die über 600 Elefanten stehen. In trockenen Wochen ziehen sie sich an diese Kette zurück, und dort sitzt du richtig. Nach guten Regen führen auch Pfannen und Dämme Wasser, die Herden verteilen sich, und am großen Wasserloch kann es still bleiben. An einigen Stellen hängt ein Gerüst mit elektrischen Strängen über dem Wasser, unter dem Elefanten nicht hindurchkommen. Dort trinken Kuhantilopen, Zebras und Büffel in Ruhe.
Hapoor in der Mitte ist die größte und bekannteste Stelle, benannt nach einem Bullen, der 24 Jahre lang die Herden anführte. Der alte Lehmdamm war für Kälber und kleinere Tiere zur Falle geworden, deshalb entsteht auf der anderen Straßenseite ein Betonbecken von 45 mal 30 Metern. Rechne dort mit Baustelle. Am Wasser bleibst du im Auto, aussteigen darfst du nur an den Lookouts Domkrag und Spekboom, auf eigene Gefahr. Ganz ohne Auto bist du nur im unterirdischen Versteck am Hauptcamp: Dort schaust du auf Höhe des Wasserspiegels.