Westlich des Mara-Flusses wird es stiller: weniger Wagen, gute Pisten und am Abend eine Stunde mehr.
Das Mara-Triangel ist der westliche Teil des Reservats jenseits des Mara-Flusses: 510 Quadratkilometer, rund ein Drittel der Masai Mara, geführt von der Mara Conservancy mit eigenen Toren und eigenen Regeln. Hier sind deutlich weniger Fahrzeuge unterwegs, und die Pisten sind besser als im östlichen Teil. An einer Sichtung dürfen höchstens fünf Fahrzeuge stehen bleiben, bezahlt wird nur bargeldlos.
Du fährst über die Brücke bei Purungat, und hinter dir bleibt der Trubel des Ostens zurück. Das Mara-Triangel ist der westliche Teil des Masai-Mara-Nationalreservats in Kenia: 510 Quadratkilometer Grasland, rund ein Drittel des Reservats, eingefasst vom Mara-Fluss im Osten, der Kante des Oloololo-Escarpments im Nordwesten und der Grenze zu Tansania im Süden. Drei Kanten, daher der Name.
Seit Juni 2001 führt die Mara Conservancy diesen Teil im Auftrag des Narok County, mit eigenen Rangern, eigenen Toren und eigenen Regeln. Du merkst es an den Pisten, die hier gepflegt werden, und an den Fahrzeugen: Es sind weniger. Stehen mehr als fünf Wagen an einer Sichtung, hat jeder nur zehn Minuten, die übrigen warten hundert Meter entfernt. Kleine Patrouillenwagen achten darauf, und wer die Regeln bricht, zahlt vor der Ausfahrt 10.000 Kenia-Schilling.
Mit Glück siehst du an einem Tag alle Big Five auf weniger als zwei Quadratkilometern, und über zehn Spitzmaulnashörner leben fest im Triangel. Von Juli bis in den Herbst ziehen die Herden der Großen Tierwanderung durch, und ein Teil der Querungsstellen am Mara-Fluss liegt am Westufer, also hier.
Und dann ist da noch die letzte Stunde. Die Tore schließen erst um 19 Uhr, eine Stunde später als im Osten. Wenn das Licht über dem Escarpment weich wird, sind die Tagesgäste schon auf dem Rückweg. Nur nach Regen ist Vorsicht angesagt: Auf den Nebenpisten bleiben Wagen dann stundenlang im Schlamm stecken.
Warum hin
Darum lohnt sich das Mara-Triangel
Eigene Verwaltung: Die Mara Conservancy führt die 510 Quadratkilometer seit 2001 im Auftrag des Narok County, mit eigenen Rangern und eigenen Regeln.
Die Fünf-Fahrzeug-Regel: Stehen mehr als fünf Wagen an einer Sichtung, hat jeder nur zehn Minuten, und alle anderen warten hundert Meter entfernt.
Eine Stunde mehr am Tag: Die Tore schließen erst um 19 Uhr, die letzte Einfahrt ist um 18.30 Uhr.
Über zehn Spitzmaulnashörner leben fest im Triangel. 2001 war hier nur noch ein einziges Tier übrig.
Ein Teil der Querungsstellen am Mara-Fluss liegt am Westufer und damit im Triangel.
Aus Reiseberichten und Foren
Unsere Geheimtipps für das Mara-Triangel
Schlaf dort, wo du auf Pirsch willstVom östlichen Reservat aus ist das Triangel ein Tagesausflug mit rund zwei Stunden hin und zwei zurück. Wer am Talek-Tor wohnt, sitzt den halben Tag im Wagen. Für das Triangel suchst du dir besser ein Camp am Oloololo-Tor. Von dort bist du in 15 bis 25 Minuten auf den Pisten.
Bargeld hilft dir hier nicht weiterDie Mara Conservancy nimmt nur Karte oder M-Pesa, am Oloololo-Tor, an der Purungat-Brücke und am Serena-Airstrip. Lad M-Pesa vorher auf oder nimm Visa mit. Und pack den Reisepass ein: Ein Führerschein zählt nicht als Ausweis, ohne passenden Nachweis zahlst du den höchsten Satz.
Die letzte Stunde gehört dirDie Tore des Triangels sind bis 19 Uhr offen, eine Stunde länger als im Osten. Wohnst du hier, nimmst du das Abendlicht noch mit, während die Tagesgäste schon Richtung Ausgang fahren. Einfahren darfst du allerdings nur bis 18.30 Uhr, und dein Ticket gilt offiziell bis 18 Uhr.
Nach Regen auf den Hauptpisten bleibenAuf nassen Nebenwegen bleiben Wagen stundenlang im Schlamm stecken, auch ein guter Allradantrieb hilft dann wenig. In der Regenzeit und nach kräftigen Schauern bleibst du auf den Hauptpisten, auch wenn die Sichtung zwei Kilometer weiter noch so verlockend aussieht.
Siehst du einen Regelverstoß, melde ihnDie Mara Conservancy bittet ausdrücklich darum: Foto machen, Datum, Uhrzeit, Veranstalter und Kennzeichen notieren und den Rangern am Oloololo-Tor oder an der Purungat-Brücke geben oder an mara@maratriangle.org schicken. Wer ein Bußgeld nicht bezahlt, kann für sechs Monate aus dem Triangel verbannt werden.
groß, rund ein Drittel des ganzen Reservats
510 km²
Fahrzeuge an einer Sichtung, ab dem sechsten zählt die Uhr
5
Spitzmaulnashörner leben fest im Triangel
über 10
schließen die Tore, eine Stunde nach denen im Osten
Das Mara-Triangel liegt im Westen des Masai-Mara-Nationalreservats in Kenia, zwischen dem Mara-Fluss, dem Oloololo-Escarpment und der Grenze zu Tansania. Hinein kommst du über das Oloololo-Tor im Norden oder über die Purungat-Brücke im Süden, Kleinflugzeuge aus Nairobi landen am Serena-Airstrip am Ostrand des Triangels, nahe dem Mara-Fluss.
So kommst du hin
Oloololo-TorTor · Eingang im Norden, Camps davor 15 bis 25 Min. von den Pisten
20 km
Purungat-Tor an der Mara-BrückeTor · gut 1 Std. vom Oloololo-Tor auf der Hauptpiste
20 km
Serena-AirstripAirstrip · am Ostrand des Triangels nahe dem Mara-Fluss, Kleinflugzeuge ab Nairobi
12 km
Östliches Reservat (Talek, Sekenani)Ort · rund 2 Std. Fahrt
Das Mara-Triangel lohnt sich am meisten von Juni bis Oktober und im Januar und Februar. Ab Juli ziehen die Herden der Großen Tierwanderung durchs Reservat, oft bis in den November, und an den Querungsstellen am Mara-Fluss wird es dann auch hier voll. Von März bis Mai ist Regenzeit, die Nebenpisten werden schlammig und es kommen die wenigsten Gäste. Ab dem 1. Juli kostet der Eintritt doppelt so viel wie im ersten Halbjahr.
Oktober empfohlen
Der Oktober ist eine der besten Reisezeiten für das Mara-Triangel. Im Oktober ist im Mara-Triangel viel los, starte deshalb möglichst früh.
Große Tierwanderung im Reservat Migration
Höherer Eintritt (200 statt 100 USD) Hochpreis
06:22Sonnenaufgang
18:30Sonnenuntergang
12,1 hTageslicht
Monatsmitte, Ortszeit (UTC+3).
Dein Tag im Mara-Triangel
Hell und dunkel im gewählten Monat, dazu ein Vorschlag für deinen Ablauf.
2610141822
06:00–07:00Um 6 Uhr öffnen die Tore. Wer im Triangel wohnt, startet die erste Pirschfahrt in der Dämmerung.
06:00–18:00So lange gilt dein Tagesticket, ganz gleich, wann du einfährst. Über Nacht läuft es nicht weiter.
18:00–19:00Die Stunde, die es nur im Triangel gibt. Im Osten sind die Tore schon zu, hier bist du bis 19 Uhr unterwegs. Einfahren darfst du bis 18.30 Uhr.
19:00–06:00Um 19 Uhr bist du aus dem Park heraus oder in deinem Camp. Nachtfahrten gibt es im Reservat nicht.
Im Triangel hat jede Sichtung eine Obergrenze. Stell hier Wagen an eine Löwin und sieh, was ab dem sechsten passiert und wie nah du überhaupt herandarfst.
Wagen 1 bis 5: Bis zu fünf Wagen dürfen an der Sichtung stehen. Jeder hält mindestens 25 Meter Abstand zum Tier.
Ab Wagen 6: Ab dem sechsten Wagen läuft die Uhr: Jeder hat zehn Minuten, dann rückt der nächste nach. Wer wartet, steht 100 Meter entfernt.
Im Triangel leben alle Big Five, und an einem guten Tag siehst du sie auf engem Raum. Hier steht, wen du triffst und wie du dich verhältst. Die Chancen sind unsere Einschätzung.
Foto: Laika ac from USA, CC BY-SA 2.0
Löwe
Die einzige Großkatze, die in Rudeln lebt. Tagsüber dösen Löwen meist im Schatten, aktiv werden sie in der Dämmerung.
Sichtungschance
Oft
Wo du sie findest
im offenen Grasland und an den Gräben zwischen den Pisten
So verhältst du dich
Bleib im Wagen und leise. Kein Rufen, kein Klatschen, und dein Fahrer hält mindestens 25 Meter Abstand.
Foto: Zambog, CC BY-SA 3.0
Gepard
Die schlanke Katze der offenen Ebene, gebaut für kurze, sehr schnelle Sprints. Geparden jagen am Tag und halten von Erdhügeln Ausschau.
Sichtungschance
Gute Chance
Wo du sie findest
auf Termitenhügeln und Erdhaufen im kurzen Gras
So verhältst du dich
Nicht folgen und nicht bedrängen. Jagt ein Gepard, hält der Wagen Abstand und bleibt stehen.
Foto: Sumeet Moghe, CC BY-SA 4.0
Leopard
Die heimlichste der drei Großkatzen. Leoparden jagen meist in der Dämmerung und ziehen ihre Beute gern auf einen Baum.
Sichtungschance
Gute Chance
Wo du sie findest
in Bäumen und im Ufergebüsch entlang von Bächen und am Fluss
So verhältst du dich
Geduld zahlt sich aus. Stehen schon fünf Wagen da, wartest du 100 Meter entfernt, bis du an der Reihe bist.
Foto: Laika ac from USA, CC BY-SA 2.0
Afrikanischer Elefant
Das größte Landtier der Erde. Im Triangel ziehen Familiengruppen aus Kühen und Kälbern über die Ebenen.
Sichtungschance
Oft
Wo du sie findest
auf den Ebenen, in Sumpfsenken und am Galeriewald
So verhältst du dich
Halte Abstand, vor allem zu Kühen mit Kälbern. Steht ein Elefant auf der Piste, hat er Vorfahrt.
Foto: Markrosenrosen, CC BY-SA 4.0
Spitzmaulnashorn
Das kleinere der beiden afrikanischen Nashörner, ein scheuer Einzelgänger, der Blätter und Zweige frisst. Im Triangel leben über zehn Tiere.
Sichtungschance
Selten
Wo du sie findest
im dichten Busch, oft am Rand der Ebenen
So verhältst du dich
Wenn du eins siehst, bleib ruhig und halt Abstand. Nashörner sehen schlecht und reagieren schnell gereizt.
Ende der Neunzigerjahre lag das Triangel am Boden: kaputte Pisten, verschwundene Eintrittsgelder, Wilderei. Dann übernahm eine gemeinnützige Gesellschaft. Und mit ihr kamen auch die Nashörner zurück.
1971
Rund 120 Spitzmaulnashörner
So viele leben damals im ganzen Reservat. In den folgenden Jahren holen Wilderer fast alle.
1984
Nur noch 18 Nashörner
Von 120 Tieren sind 18 übrig. Die Wilderei hat das Reservat fast leer geräumt.
1994
Das Reservat wird geteilt
Den Osten führt fortan der Narok County Council, das Triangel im Westen der Trans Mara County Council.
Ende der 1990er
Ein Triangel in Trümmern
Pisten verschwinden, Wagen stehen kaputt herum, nur ein Fünftel der möglichen Eintrittsgelder kommt an. Nur ein Drittel des Triangels gilt als sicher.
12. Juni 2001
Die Mara Conservancy übernimmt
Eine gemeinnützige Gesellschaft beginnt mit der Verwaltung, der Vertrag ist am 25. Mai unterschrieben. Im ganzen Triangel lebt nur noch ein einziges Nashorn, eine scheue Kuh.
2002
Ein Bulle kommt dazu
Die Ranger patrouillieren jetzt regelmäßig, und ein Nashornbulle wandert ins Triangel ein. Es folgen drei erfolgreiche Paarungen.
2006
Zehn Jahre mehr
Der Vertrag wird um zehn Jahre bis 2016 verlängert.
2016
Neuer Partner Narok County
Die beiden County Councils sind inzwischen zur Narok County Government verschmolzen. Mit ihr unterschreibt die Conservancy einen neuen Zehnjahresvertrag.
heute
Über zehn Nashörner
Im Triangel leben wieder über zehn Spitzmaulnashörner fest. Im ganzen Reservat sind es 25 bis 30.
Im Triangel läuft manches anders als im Rest der Mara, vom Bezahlen bis zum Tanken. Das solltest du vorher wissen.
Bezahlen
Du zahlst nur mit Karte oder M-Pesa, Bargeld nimmt niemand. Tickets gibt es am Oloololo-Tor, an der Purungat-Brücke und am Serena-Airstrip, mit Visa auch vorab online beim Kassendienstleister KAPS.
Ausweis
Nimm den Reisepass mit. Ein Führerschein zählt nicht, und ohne passenden Nachweis zahlst du den Satz für Gäste ohne Wohnsitz in Ostafrika.
Wo du zahlst
Bezahlt wird dort, wo du übernachtest. Wohnst du im Triangel und kommst über das Sekenani-Tor im Osten, zahlst du erst an der Purungat-Brücke.
Tanken
Sprit gibt es nur an Tankstellen der Camps und Lodges, und auch dort ist er manchmal knapp. Frag vorher nach. Flugbenzin für Kleinflugzeuge gibt es im Triangel nicht.
Fahrzeug
Fährst du selbst, brauchst du Allradantrieb. Wohnmobile stehen nur auf den öffentlichen oder privaten Campingplätzen, nicht irgendwo im Gelände.
Du fragst
Fragen und Antworten zum Mara-Triangel
Was ist der Unterschied zwischen dem Mara-Triangel und dem restlichen Reservat?
Das Mara-Triangel ist das westliche Drittel des Reservats jenseits des Mara-Flusses. Seit 2001 führt es die Mara Conservancy im Auftrag des Narok County. Es hat eigene Tore, längere Öffnungszeiten, eine Obergrenze von fünf Wagen an einer Sichtung, und du zahlst nur bargeldlos.
Muss ich für das Mara-Triangel noch einmal Eintritt zahlen?
Meist nicht. Bezahlt wird dort, wo du übernachtest. Wohnst du in einem Camp oder einer Lodge im Reservat, erkennt die Mara Conservancy dein gültiges Tagesticket an. Ein Ticket, das du am Musiara-Tor nur für einen Ausflug ins Triangel gekauft hast, gilt dort nicht.
Wann sind die Tore des Mara-Triangels offen?
Jeden Tag von 6 bis 19 Uhr, einfahren darfst du bis 18.30 Uhr. Das ist eine Stunde länger als im Osten. Dein Tagesticket gilt trotzdem nur von 6 bis 18 Uhr, und um 19 Uhr bist du draußen oder im Camp.
Ist es im Mara-Triangel wirklich leerer?
Ja. Es sind weniger Wagen unterwegs, und an einer Sichtung dürfen höchstens fünf stehen bleiben. An den Querungsstellen am Mara-Fluss hilft das in der Zeit der Tierwanderung trotzdem wenig, dort wird es auch hier voll.
Was kostet der Eintritt ins Mara-Triangel?
Erwachsene ohne Wohnsitz in Ostafrika zahlen von Januar bis Juni 100 US-Dollar pro Tag, rund 90 €, von Juli bis Dezember 200 US-Dollar, rund 175 €. Kinder von 9 bis 17 zahlen 50 US-Dollar, jüngere nichts. Dazu kommt eine Gebühr für das Fahrzeug.
Was ist die Fünf-Fahrzeug-Regel im Mara-Triangel?
Stehen mehr als fünf Wagen an einer Tiersichtung, hat jeder nur zehn Minuten. Alle anderen warten 100 Meter entfernt, bis sie an der Reihe sind. Zum Tier selbst hält jeder Wagen mindestens 25 Meter Abstand. Wer sich nicht daran hält, zahlt 10.000 Kenia-Schilling.