Oben auf der Hochebene hebt ein Zebra mit rostroter Schnauze den Kopf und schaut dir direkt ins Fenster.
Das Kap-Bergzebra ist das Symboltier des Parks und der Grund seiner Gründung 1937. Es ist kleiner als das Steppenzebra, trägt eine Wamme am Hals, eine orangebraune Schnauze und über dem Schwanz ein Gittermuster aus kurzen Querstreifen. Auf den Hochebenen-Schleifen stehen die Herden so verlässlich, dass die Frage nicht lautet, ob du welche siehst, sondern wie nah.
Du fährst die steile Schotterpiste hinauf, oben wird es plötzlich weit, und oft stehen sie schon da: eine kleine Familie Zebras im trockenen Gras, ein Fohlen dicht an der Mutter. Das ist das Kap-Bergzebra, und auf der Rooiplaat, der offenen Hochebene im Mountain-Zebra-Nationalpark bei Cradock, triffst du es so zuverlässig wie kaum irgendwo sonst. Der ganze Park wurde 1937 nur seinetwegen gegründet.
Schau genau hin, dann merkst du, dass das kein gewöhnliches Zebra ist. Die Schnauze leuchtet orangebraun, am Hals hängt eine kleine Hautfalte, die Wamme, und über dem Schwanz liegen kurze Querstreifen wie ein Gitter. Zwischen den schwarzen Streifen fehlen die grauen Schattenstreifen, die du vom Steppenzebra kennst. Die Tiere leben in kleinen Familien aus einem Hengst, ein paar Stuten und ihren Fohlen.
Dass es sie überhaupt noch gibt, ist knapp gewesen. In den 1950er-Jahren lebten weltweit nur noch weniger als 80 Kap-Bergzebras, im Park waren vom Gründungsbestand zwei Hengste übrig. Erst elf Tiere vom Nachbarhof brachten die Herde wieder in Gang. Heute grasen hier über 1.000 Tiere, und aus diesem Bestand wurden fast alle anderen Vorkommen in Südafrika aufgebaut.
Du bleibst dabei im Auto, aussteigen darfst du nur an markierten Stellen. Das ist kein Nachteil: Auf der baumlosen Hochebene siehst du eine Herde schon von Weitem. Fahr früh los, nimm ein Fernglas mit und lass dir Zeit. Anfang 2026 meldete der Park eine lange Dürre, du siehst deshalb womöglich auch magere Tiere. Zugefüttert wird bewusst nicht, die Dürre gehört hier zur Natur.
Warum hin
Darum lohnt sich das Kap-Bergzebra
Der Park wurde 1937 eigens für das Kap-Bergzebra gegründet, heute leben hier über 1.000 Tiere.
Aus der Herde bei Cradock stammen weit über 90 Prozent aller Kap-Bergzebras, die heute in Südafrika leben.
In den 1950er-Jahren gab es nur noch weniger als 80 Tiere. Du siehst eine Unterart, die knapp am Aussterben vorbeigeschrammt ist.
Auf der baumlosen Rooiplaat stehen die Herden im offenen Gras, du brauchst kein Glück, nur Zeit.
Orangebraune Schnauze, Wamme und Gittermuster auf der Kruppe: Mit etwas Übung erkennst du das Tier auf den ersten Blick.
Aus Reiseberichten und Foren
Unsere Geheimtipps für das Kap-Bergzebra
Schau auf die Schnauze, nicht auf die StreifenVon Weitem sehen alle Zebras gleich aus. Halt mit dem Fernglas auf den Kopf: Beim Kap-Bergzebra leuchtet die Schnauze orangebraun bis rostrot. Dreht sich das Tier weg, siehst du über dem Schwanz das Gitter aus kurzen Querstreifen. Und zwischen den schwarzen Streifen fehlen die grauen Schatten, die das Steppenzebra hat.
Plan mit dem Autofenster, nicht mit dem StativAussteigen darfst du nur im Rastlager, an den Picknickplätzen und an eigens markierten Stellen. Nimm ein Teleobjektiv mit und einen Bohnensack oder ein Tuch für die Fensterkante, dann wackelt nichts. Motor aus, sobald du stehst.
Auf dem Rückweg über die Link Road ans WasserlochVon der Nordseite der Rooiplaat führt die Link Road hinunter Richtung Ubejane-Schleife. Unterwegs liegt ein Wasserloch, an das die Zebras zum Trinken kommen. Bleib dort ein paar Minuten stehen, oft kommt eine Familie nach der anderen.
2026 wirken manche Tiere mager, und das hat einen GrundAnfang 2026 meldete die Parkverwaltung eine lange Dürre in den Karoo-Parks. Dann siehst du dünne Tiere und mehr Kadaver als sonst. Die Parkverwaltung füttert bewusst nicht zu, sie hält nur die Wasserstellen offen. Wenn der Regen zurückkommt, erholen sich die Tiere erfahrungsgemäß wieder.
Kap-Bergzebras leben heute im Park
über 1.000
Tiere gab es in den 1950ern noch, 19 davon hier
weniger als 80
wurde der Park für genau dieses Zebra gegründet
1937
Schotter führt die Rooiplaat-Schleife über die Hochebene
Das Kap-Bergzebra siehst du am verlässlichsten auf der Rooiplaat, einer offenen Hochebene im Mountain-Zebra-Nationalpark, rund 8 Kilometer Schotter nordwestlich vom Rastlager und gut 30 Kilometer von Cradock im Ostkap. Die Rooiplaat-Schleife führt rund 12 Kilometer im Kreis über die Ebene.
So kommst du hin
RastlagerCamp · rund 8 km Schotter, gut eine Viertelstunde
6,0 km
EingangstorTor · rund 20 km über das Rastlager, gut eine halbe Stunde
11 km
CradockOrt · gut 30 km, rund eine Dreiviertelstunde
Das Kap-Bergzebra siehst du das ganze Jahr, die Herden leben dauerhaft auf der Hochebene. Am angenehmsten sind März bis Mai und September bis November, dann ist es mild. Von Dezember bis Februar ist Sommer: Es wird heiß, der meiste Regen fällt, und die meisten Fohlen kommen zur Welt. Im Dezember und Januar ist im Park am meisten los. Von Juni bis August sind die Tage klar und kühl, pack warme Sachen ein.
Oktober empfohlen
Der Oktober ist eine der besten Reisezeiten für das Kap-Bergzebra. Im Oktober ist auf der Rooiplaat eher wenig los, gute Chancen also, dass du fast allein bist.
05:38Sonnenaufgang
18:30Sonnenuntergang
12,9 hTageslicht
Monatsmitte, Ortszeit (UTC+2).
Dein Tag auf der Rooiplaat
Hell und dunkel im gewählten Monat, dazu ein Vorschlag für deinen Ablauf.
68101214161820
06:00–07:00Von Oktober bis März öffnet das Tor vom Rastlager ins Wildgebiet um 6 Uhr, im Winterhalbjahr erst um 7 Uhr. Über das Haupttor kommst du das ganze Jahr ab 7 Uhr hinein.
07:00–10:00Die schönste Zeit auf der Hochebene. Das Licht ist weich, die Herden grasen, und die Tagesgäste aus Cradock sind noch unterwegs.
11:00–15:00Die Sonne steht hoch, und auf der baumlosen Rooiplaat gibt es kaum Schatten. Fotos werden flach, im Sommer wird es im Auto heiß.
15:30–18:00Das Licht wird wieder warm und die Streifen bekommen Kontrast. Rechne die Rückfahrt zum Rastlager oder zum Tor mit ein.
18:00–19:00Von April bis September schließen die Tore um 18 Uhr, von Oktober bis März um 19 Uhr.
Für die meisten ist ein Zebra ein Zebra. Tipp auf die Stellen am Tier und lern, worauf du achten musst. Danach erkennst du ein Kap-Bergzebra auch von Weitem.
Der Park ist eine Rettungsgeschichte. Hier siehst du, wie knapp es für das Kap-Bergzebra war und wie aus wenigen Tieren wieder eine Herde wurde.
um 1922
Rund 400 Tiere
Jagd und Landwirtschaft haben das Kap-Bergzebra fast verdrängt. Es lebt nur noch in ein paar Bergzügen im Süden Südafrikas.
2. Juli 1937
Ein Park für ein Zebra
Auf 1.712 Hektar bei Cradock wird der Mountain-Zebra-Nationalpark ausgerufen. Die erste Herde besteht aus fünf Hengsten und einer Stute.
1950
Nur noch zwei Hengste
Die Stute ist gestorben, ohne Nachwuchs geht die Herde zu Ende. Im November bringt der Farmer Lombard vom Nachbarhof Waterval elf Tiere, darunter sechs Stuten.
1950er
Weniger als 80 Tiere weltweit
So wenige Kap-Bergzebras gibt es noch, verteilt auf drei Restbestände. 19 davon stehen im Park.
1964
Mehr Platz
Der Park wächst auf rund 6.500 Hektar, und weitere Zebras kommen dazu.
1975
Die ersten ziehen aus
Kap-Bergzebras aus dem Park bekommen ein neues Zuhause im Naturreservat De Hoop am Westkap. Viele weitere Umsiedlungen folgen.
ab 1996
Neun Farmen dazu
Mit dem Erlös aus Kunstdrucken des Malers David Shepherd und vielen Spenden werden neun Nachbarfarmen gekauft. Der Park wächst auf rund 28.400 Hektar.
2019
Nicht mehr gefährdet
Die Weltnaturschutzunion führt das Kap-Bergzebra als nicht gefährdet, der Bestand wächst weiter.
heute
Über 1.000 Tiere im Park
Die Herde ist so groß, dass regelmäßig Tiere an andere Schutzgebiete abgegeben werden.
Auf der Hochebene sind die Zebras selten allein. Hier siehst du, wer dir neben ihnen begegnet und wie du dich verhältst. Raubtiere und Büffel findest du beim Nachbar-Highlight Raubtiere und Großwild.
Foto: Bernard DUPONT from FRANCE, CC BY-SA 2.0
Kap-Bergzebra
Die kleinere, südlichste Unterart des Bergzebras, mit Wamme am Hals und orangebrauner Schnauze.
Sichtungschance
Oft
Wo du sie findest
überall auf der Rooiplaat und an der Link Road, meist in kleinen Familien
So verhältst du dich
Halt an, stell den Motor ab und warte. Die Tiere kommen oft von selbst näher an die Piste.
Foto: Bernard DUPONT from FRANCE, CC BY-SA 2.0
Weißschwanzgnu
Ein dunkles Gnu mit hellem, pferdeartigem Schweif, das nur im südlichen Afrika vorkommt.
Sichtungschance
Oft
Wo du sie findest
in Gruppen auf der offenen Ebene, oft liegend zwischen den Steinen
So verhältst du dich
Bullen galoppieren manchmal mit wildem Schwanzschlagen los. Das ist Imponiergehabe, bleib einfach im Auto sitzen.
Foto: Bernard DUPONT from FRANCE, CC BY-SA 2.0
Springbock
Eine zierliche Gazelle mit braunem Seitenstreifen, das Nationaltier Südafrikas. Bei Aufregung springt sie mit steifen Beinen senkrecht in die Höhe.
Sichtungschance
Oft
Wo du sie findest
in kleinen Gruppen am Rand der Ebene und an der Link Road
So verhältst du dich
Sie sind schreckhaft. Fahr langsam heran und bleib leise, dann bleiben sie stehen.
Foto: Bernard DUPONT from FRANCE, CC BY-SA 2.0
Paradieskranich
Ein großer, blaugrauer Kranich mit langen Schleppfedern, der Nationalvogel Südafrikas.
Sichtungschance
Selten
Wo du sie findest
paarweise auf den grasigen Flächen der Hochebene und an der Link Road
So verhältst du dich
Mit Glück siehst du ein Paar tanzen. Halt Abstand und fahr nicht direkt auf die Vögel zu.
Ehrlich gesagt
Passt das Kap-Bergzebra zu dir?
Ja, wenn …
Du willst ein seltenes Tier sehen, ohne stundenlang suchen zu müssen.
Du fotografierst gern und hast ein Teleobjektiv dabei.
Du magst weite, leere Landschaften mehr als volle Wasserlöcher mit Safari-Jeeps.
Du stehst früh auf und genießt die erste Stunde auf der Hochebene.
Eher nicht, wenn …
Du suchst die Big Five. Hier dreht sich alles um das Zebra und die Ebenen-Tiere.
Du willst zu Fuß zu den Herden. Auf der Rooiplaat bleibst du im Auto.
Du hast nur die Mittagsstunden, wenn auf der Hochebene kein Schatten ist.
Inspiration
Das Kap-Bergzebra in Bildern
Rostrote Schnauzen, das Gitter über dem Schwanz und die weite Hochebene: so sieht es oben auf der Rooiplaat aus.
Ein paar Dinge machen deinen Ausflug auf die Hochebene leichter, vom vollen Tank bis zum Formular fürs Tor.
Anfahrt
Von Cradock fährst du zwölf Kilometer auf der R61 bis zum Tor, dann auf Schotter zum Rastlager und von dort rund acht Kilometer weiter hinauf auf die Rooiplaat. Ein normales Auto reicht.
Im Auto bleiben
Aussteigen darfst du nur im Rastlager, an Picknickplätzen und an markierten Stellen. Im Park gilt Tempo 40, auch für deine Fotopausen.
Tanken und Geld
Im Park gibt es keinen Geldautomaten. Die Tankstelle im Rastlager hat nur tagsüber geöffnet, tank am besten schon in Cradock voll.
Mitnehmen
Fernglas, Teleobjektiv und Wasser. Auf der Hochebene gibt es keinen Schatten, und im Winter ist es morgens kalt.
Formular
Füll das Anmeldeformular des Parks vorher aus und gib es am Tor mit deinem Pass ab. Das spart Zeit.
Du fragst
Fragen und Antworten zum Kap-Bergzebra
Wie viele Kap-Bergzebras leben im Mountain-Zebra-Nationalpark?
Über 1.000. Die Herde ist so groß, dass der Park regelmäßig Tiere an andere Schutzgebiete abgibt. In den 1950er-Jahren standen hier nur 19 Tiere, weltweit waren es weniger als 80.
Woran erkenne ich ein Kap-Bergzebra?
Schau auf die Schnauze: Sie ist orangebraun bis rostrot. Am Hals hängt eine kleine Hautfalte, die Wamme, und über dem Schwanz bilden kurze Querstreifen ein Gitter. Zwischen den schwarzen Streifen fehlen die grauen Schattenstreifen des Steppenzebras, und die Beine sind bis zu den Hufen gestreift.
Ist das Kap-Bergzebra noch vom Aussterben bedroht?
Nicht mehr. Die Weltnaturschutzunion führt die Unterart seit 2019 als nicht gefährdet. Der Haken: Weit über 90 Prozent aller Tiere stammen aus der Herde dieses Parks. Die zwei anderen Restbestände in Kammanassie und Gamkaberg sind klein geblieben, tragen aber zwei Drittel der genetischen Vielfalt.
Wo im Park sehe ich die meisten Zebras?
Auf der Rooiplaat, der offenen Hochebene nordwestlich vom Rastlager. Dort steht kaum ein Baum, und du siehst die Herden über Hunderte Meter. Die Rooiplaat-Schleife ist rund 12 Kilometer lang und mit einem normalen Auto befahrbar. In den Tälern triffst du die Zebras seltener.
Was kostet der Eintritt in den Mountain-Zebra-Nationalpark?
Erwachsene aus dem Ausland zahlen bis 31. Oktober 2026 rund 18 € pro Tag, Kinder von 2 bis 11 Jahren rund 9 €. Ab 1. November 2026 sind es rund 19 € und rund 10 €. Die Rooiplaat kostet nichts extra.
Wann kommen die Zebra-Fohlen zur Welt?
Die meisten Fohlen werden von Dezember bis Februar geboren, im südafrikanischen Sommer. Eine Stute trägt rund ein Jahr und bekommt im Schnitt etwa alle zwei Jahre ein Fohlen.
Woher wir das wissen
Quellen und Stand
Geprüft am 13. Oktober 2026
Eigene Recherche von Synapsenbrenner, Stand 23. September 2026