Am Morgen liegt die Tsavo-Ebene noch im Dunst, und du fährst die Serpentinen hinauf, vorbei an Terrassenfeldern, Bananenstauden und kleinen Häusern. Das sind die Taita Hills: ein Bergzug, der steil aus der trockenen Savanne aufsteigt und auf dem Vuria 2.228 Meter erreicht. Am Fuß fallen rund 600 Millimeter Regen im Jahr, auf den Kuppen rund 1.300. Deshalb ist es oben grün, kühl und oft neblig, während unten der rote Staub fliegt. Dein Ausgangspunkt ist die Kleinstadt Wundanyi, rund 30 Kilometer Straße vom Wildreservat entfernt, das denselben Namen trägt.
Vom Nebelwald, der diese Kuppen einmal bedeckt hat, sind nur Inseln geblieben. Die größte ist Mbololo im Norden, die bekannteste Ngangao. Am Waldrand von Ngangao betreibt eine Gruppe aus der Gemeinde das Dawida-Eco-Resource-Centre mit Gästezimmern, Zeltplatz und einer kleinen Bibliothek, und von hier gehen Scouts mit dir in den Wald. Du läufst unter dem Mutterbaum hindurch, einer Newtonia, rund 52 Meter hoch und nach Auskunft der Führer über 300 Jahre alt. Ein paar Schritte weiter steht ein hohler Baum, in dessen Fuß zwei Menschen Platz finden. Vom Aussichtspunkt beim Wald schaust du über Tsavo West, und an klaren Tagen steht rund 115 Kilometer weiter der Kilimandscharo am Horizont.
Die Waldreste sind die einzige Heimat von drei Vögeln. Die Taita-Drossel mit ihrem leuchtend orangen Schnabel und die Taita-Apalis, ein kleiner grauer Laubsänger mit schwarzer Kehle, leben nur hier. Der Taita-Brillenvogel kommt außerdem noch auf dem Kasigau vor, einem einzelnen Berg weiter südlich. Die Taita-Apalis gilt als vom Aussterben bedroht, es gibt nur noch wenige hundert. Im Wildreservat unten begegnest du keinem der drei.
Für eine kurze Runde reicht ein halber Tag in Ngangao. Wer höher will, fährt nach Mwanda am Fuß des Vuria und steigt von dort gut fünf Kilometer und 500 bis 600 Höhenmeter zum Gipfelfelsen mit Rundblick. In Mwanda liegen auch Schädelhöhlen der Taita, in denen die Schädel verstorbener Ältester aufbewahrt wurden. Das sind Kultstätten, kein Fotostopp, und ob du hindarfst, klärt die Gemeinde.