Canyon · Highlight
Sesriem Canyon
auch: Sesriem-Canyon · Sesriem Kloof
Draußen flimmert die Kiesebene, unten zwischen den Wänden ist es schattig, still und kühl.
Diesen kleinen Canyon hat der Tsauchab über Jahrmillionen in Schichten geschnitten, die auf rund 15 Millionen Jahre geschätzt werden. Er ist rund einen Kilometer lang, bis zu 30 Meter tief und zeigt die geologische Geschichte der Region im Querschnitt. Der Canyon ist leicht zugänglich und ein beliebtes Ziel für Wanderer.
- Besuchsdauer
- Rund eine Stunde
- Trubel
- 3 von 5
- Beste Reisezeit
- Mai–Sep
- Nächstes Tor
- Sesriem-Tor, 3,6 km Luftlinie
Du stehst auf einer flachen Kiesebene, nichts kündigt etwas an, und plötzlich fällt der Boden vor dir 30 Meter tief ab: Das ist der Sesriem Canyon. Der Tsauchab hat ihn rund vier Kilometer hinter dem Sesriem-Tor in den Namib-Naukluft-Nationalpark geschnitten, und von der Straße aus siehst du ihn erst, wenn du fast am Rand stehst.
Vom kleinen Parkplatz führen ein Pfad und ein paar Stufen hinunter. Unten wird es eng, an manchen Stellen stehen die Wände nur zwei Meter auseinander. Fahr mit der Hand über die Wand und du spürst Kiesel, die in hellem Kalk festgebacken sind. Diese Kiese hat der Fluss vor rund 15 Millionen Jahren abgelagert, die Kiesel selbst stammen aus über 540 Millionen Jahre altem Gestein der Naukluftberge.
Am Grund ist es schattig und spürbar kühler als draußen. In den Senken halten sich Tümpel, auch wenn das Flussbett davor trocken liegt, und viele nutzen sie zum Abkühlen. Nach starkem Regen kann der Tsauchab den Canyon füllen: Anfang April 2026 ließ er sich nur von oben ansehen.
Der Name erzählt von diesem Wasser. Ses riem heißt auf Afrikaans sechs Riemen, so viele Lederriemen mussten frühe Siedler aneinanderknüpfen, um einen Eimer bis hinunter zum Wasser zu lassen. Heute tragen das Tor, das Camp und die ganze Gegend den Namen. Rechne mit etwa einer Stunde. Als kühler Abschluss eines heißen Dünentags passt der Canyon besser als als eigenes Ziel.
Darum lohnt sich der Sesriem Canyon
- Der Name der ganzen Gegend kommt von hier. Sesriem heißt sechs Riemen, so viele brauchten frühe Siedler aneinandergeknüpft, um einen Eimer bis zum Wasser hinunterzulassen.
- Rund einen Kilometer lang und bis zu 30 Meter tief, und von der Straße aus kaum zu sehen, weil er ohne Vorwarnung in die flache Ebene einschneidet.
- Unten ist es schattig und kühl, während auf den Dünen die Hitze steht. Das ist der eigentliche Grund, warum der Canyon an den Nachmittag gehört.
- In den Senken am Grund steht Wasser, und viele kühlen sich darin ab.
- Der Tsauchab hat sich hier durch Schichten geschnitten, die auf rund 15 Millionen Jahre geschätzt werden, und du siehst die Lagen im Querschnitt.
Aus Reiseberichten und Foren
Unsere Geheimtipps für den Sesriem Canyon
- Morgens die Dünen, nachmittags der Schatten Der beste Platz im Tag für den Canyon ist der Rückweg von den Dünen. Nach Stunden im offenen Sand steigst du hinunter zwischen die Wände, und die Luft wird spürbar kühler. Plane eine Stunde ein, dann bist du rechtzeitig vor Sonnenuntergang wieder am äußeren Tor.
- Achte auf den Abzweig, sonst fährst du vorbei Die Schlucht schneidet ohne Hügel und ohne Vorwarnung in die flache Ebene, du erkennst sie erst, wenn du fast am Rand stehst. Die Zufahrt zweigt in Sesriem kurz hinter dem Tor ab und führt rund vier Kilometer nach Süden. Oben wartet ein kleiner Parkplatz mit Blick hinunter, von dort gehst du über einen Pfad und ein paar Stufen hinein.
- Hat es geregnet, frag vorher am Tor Der Tsauchab läuft genau durch die Schlucht. Nach starkem Regen in den Naukluftbergen kann er sie füllen, Anfang April 2026 ließ sich der Canyon nur von oben ansehen. Frag am Tor, wie es aussieht, sonst stehst du unten vor einem Becken und musst umkehren.
- Pack ein Tuch und trockene Sachen ein In den Senken am Grund halten sich Tümpel, auch wenn das Flussbett draußen trocken liegt. Viele kühlen sich darin ab, manche steigen ganz hinein. Ein Tuch und etwas zum Wechseln im Rucksack bringen dir hier mehr als auf jeder Düne.
- Lass nichts Essbares offen im Auto Rund um den Canyon leben Paviane, und sie wissen, dass in Autos von Besuchern Futter liegt. Schließ Fenster und Türen, wenn du hinuntergehst, und lass Tüten nicht sichtbar auf dem Sitz liegen.
- tief schneidet die Schlucht in die flache Ebene
- 30 m
- breit ist sie an den engsten Stellen
- 2 m
- vom Sesriem-Tor bis zur Schlucht
- 4 km
- brauchte der Eimer bis zum Wasser, daher der Name
- 6 Riemen
Lage und Anreise zum Sesriem Canyon10
Der Sesriem Canyon liegt im Namib-Naukluft-Nationalpark in Namibia, rund 4 Kilometer südlich des Sesriem-Tors, also gleich am Eingang zu den Dünen von Sossusvlei.
So kommst du hin
- Sesriem-TorTor · rund 4 bis 4,5 km bis zum Parkplatz am Canyon3,6 km
- Parkplatz am Sesriem CanyonParkplatz · direkt am Rand, wenige Minuten zu Fuß hinunter
- Sesriem CampsiteCamp · rund 4 km nördlich, beim Tor3,8 km
- Sesriem AirstripAirstrip · rund 4 km nordöstlich3,6 km
Kilometer in Luftlinie, die Fahrt ist länger.
Beste Reisezeit für den Sesriem Canyon
Der Sesriem Canyon ist das ganze Jahr zugänglich, am besten passt die Zeit von Mai bis September. Von Juni bis September ist es dafür auch am vollsten. Nach starkem Regen, wie Anfang April 2026, kann der Tsauchab die Schlucht füllen.
Oktober möglich
Im Oktober kannst du den Sesriem Canyon gut besuchen, die besten Monate sind es aber nicht. Im Oktober ist am Sesriem Canyon eher wenig los, gute Chancen also, dass du fast allein bist.
Monatsmitte, Ortszeit (UTC+2).
Dein Tag am Sesriem Canyon
Hell und dunkel im gewählten Monat, dazu ein Vorschlag für deinen Ablauf.
- 07:45–10:00Das äußere Tor öffnet mit dem Sonnenaufgang, und fast alle fahren jetzt geradeaus zu den Dünen. Der Canyon ist so früh meist leer, liegt aber noch tief im Schatten.
- 10:00–13:00Die ruhigste Zeit. Die Sonne steht hoch genug, dass Licht bis auf den Grund fällt, und die Dünengruppen sind noch draußen im Sand.
- 13:00–17:00Jetzt kommen die meisten, auf dem Rückweg von den Dünen. Unten ist es dann am angenehmsten, weil draußen die Mittagshitze steht.
- 17:00–18:25Die Ebene färbt sich im Abendlicht, und vom Rand aus siehst du die Sonne untergehen. Behalte die Uhr im Blick: Das äußere Tor schließt mit dem Sonnenuntergang.
- 18:25–19:25Wer draußen schläft, muss jetzt aus dem Park sein. Nur Gäste zwischen den Toren haben noch rund eine Stunde.
- 06:23Sonnenaufgang im Oktober
- 19:02Sonnenuntergang
Lies die Wand von oben nach unten123
Die Wände des Sesriem Canyons bestehen aus Flusskies, den Kalk zu hartem Gestein verbacken hat. Tipp die Schichten an, von der Kante bis zum Grund, und du siehst, wie alt sie sind und woher sie kamen.
- Die Kante: Hier hat der Tsauchab angefangen, sich einzuschneiden, nachdem sich das Land gehoben hatte. Seitdem gräbt er sich bei jedem Hochwasser ein Stück tiefer.
- Verbackener Flusskies: Sturzfluten haben diesen Kies auf einer weiten Flussebene abgelagert, als der Tsauchab noch viel mehr Wasser führte. Kalk hat ihn danach zu festem Gestein verbacken.
- Die Kiesel darin: Die runden Steine, die aus der Wand ragen, sind Bruchstücke aus Kalkgestein der Naukluftberge flussaufwärts. Sie sind viel älter als die Wand, in der sie stecken.
- Der Grund: Das Bett des Tsauchab. Meist liegt es trocken, in den Senken halten sich aber Tümpel, und nach starkem Regen läuft hier ein reißender Fluss.
Sechs Riemen bis zum Wasser12
Sesriem ist heute der Name eines Tors, eines Camps und einer ganzen Gegend. Angefangen hat alles mit einem Eimer und ein paar Lederriemen hier am Canyon.
Der Eimer und die sechs Riemen
Stell dir die ersten Siedler vor, die mit ihren Ochsenwagen durch die Ebene ziehen. Wasser ist knapp, und hier, tief unten in der Schlucht, steht es in Tümpeln, auch wenn der Fluss draußen längst versiegt ist. Nur kommt niemand mit dem Eimer heran, die Wände sind zu steil. Also knüpfen sie Lederriemen aneinander, einen nach dem anderen, bis der Eimer endlich das Wasser erreicht. Sechs Stück braucht es. Auf Afrikaans heißt das ses riem, sechs Riemen, und der Name bleibt am Ort hängen. Heute heißt die ganze Gegend so.
Was am Canyon gilt46
Der Sesriem Canyon gehört zum Nationalpark, deshalb gelten hier dieselben Regeln wie auf dem Weg zu den Dünen. Diese drei solltest du kennen.
Nur bei Tageslicht
Ins Parkgebiet kommst du erst mit dem Sonnenaufgang, und vor dem Sonnenuntergang musst du wieder draußen sein. Gäste zwischen den Toren haben rund eine Stunde mehr.
Keine Drohnen
Drohnenaufnahmen sind im Park verboten, zum Schutz der Tiere und der Ruhe.
Nach Regen vorsichtig
Nach starkem Regen kann der Tsauchab die Schlucht schnell füllen. Frag dann am Tor, ob du hinunter kannst.
Passt der Sesriem Canyon zu dir?
Ja, wenn …
- Du suchst nach einem Vormittag im offenen Sand einen Ort mit Schatten.
- Du gehst gern ein Stück zu Fuß, ohne dass daraus eine Wanderung wird.
- Du willst Erdgeschichte zum Anfassen: Kiesel in der Wand, die älter sind als die Dinosaurier.
- Du übernachtest in Sesriem und hast am Ankunftstag noch eine Stunde vor Sonnenuntergang.
Eher nicht, wenn …
- Du erwartest einen großen Canyon mit weitem Blick. Die Schlucht ist eng und vom Rand aus eher unscheinbar.
- Du hast in Sesriem nur einen halben Tag. Dann gehört die Zeit den Dünen und dem Deadvlei.
- Es hat gerade stark geregnet und du willst unten durchlaufen. Dann steht die Schlucht womöglich unter Wasser.
Der Sesriem Canyon in Bildern
Enge Wände aus verbackenem Kies, Tümpel am Grund, ein Kameldornbaum im Schatten: So sieht der Sesriem Canyon von oben und von unten aus.
Hilfreiche Infos zum Sesriem Canyon
Was du vor deinem Besuch wissen solltest, damit du rechtzeitig wieder am Tor bist und unten trockene Füße behältst, wenn du willst.
Anfahrt
Vom Sesriem-Tor fährst du rund vier Kilometer nach Süden bis zum Parkplatz am Rand der Schlucht. Das schafft jedes Auto, Allrad brauchst du nicht.
Eintritt
Der Canyon liegt im Park, du zahlst also den Parkeintritt im Büro am Tor. Für den Canyon selbst kommt nichts dazu.
Tore
Das äußere Tor in Sesriem öffnet für alle mit dem Sonnenaufgang und schließt mit dem Sonnenuntergang. Schläfst du zwischen den Toren, fährst du durch das innere Tor rund eine Stunde früher hinein und eine Stunde später hinaus.
Schuhe
Unten läufst du über Kies, Sand und glatte Felsstufen. Feste Schuhe reichen, klettern musst du nicht.
Paviane
Am Canyon leben Paviane. Schließ das Auto, bevor du hinuntergehst, und lass nichts Essbares sichtbar liegen.
Drohnen
Drohnenaufnahmen sind im ganzen Park verboten, auch am Canyon.
Fragen und Antworten zum Sesriem Canyon
Was bedeutet der Name Sesriem?
Sechs Riemen, auf Afrikaans ses riem. Frühe Siedler mussten sechs Lederriemen aneinanderknüpfen, um einen Eimer vom Rand bis zum Wasser am Grund der Schlucht hinunterzulassen. Von dort ging der Name auf das Tor, das Camp und die ganze Gegend über.
Wie lange braucht man im Sesriem Canyon?
Rund eine Stunde: hinunter, ein Stück zwischen den Wänden entlang und wieder hinauf. Länger bleibst du nur, wenn du unten im Schatten sitzen willst.
Ist der Weg in den Canyon anstrengend?
Nein. Vom Parkplatz am Rand führen ein Pfad und ein paar Stufen hinunter, unten läufst du über Kies und Sand. Feste Schuhe reichen, klettern musst du nicht.
Steht im Sesriem Canyon Wasser? Kann man dort baden?
In den Senken am Grund halten sich Tümpel, auch wenn der Tsauchab draußen trocken liegt, und viele kühlen sich darin ab. Nach starkem Regen kann es zu viel Wasser werden: Anfang April 2026 ließ sich der Canyon nur von oben ansehen.
Lohnt sich der Sesriem Canyon?
Als eigenes Reiseziel eher nicht. Als kühler, schattiger Abschluss eines heißen Dünentags ist er schwer zu schlagen, und er liegt ohnehin am Weg.
Wie weit ist der Sesriem Canyon vom Sesriem-Tor entfernt?
Rund vier bis viereinhalb Kilometer. Die Zufahrt zweigt in Sesriem kurz hinter dem Tor ab und führt nach Süden bis zu einem kleinen Parkplatz am Rand. Das schafft jedes Auto.
Kostet der Sesriem Canyon Eintritt?
Nicht extra. Der Canyon liegt im Namib-Naukluft-Nationalpark, du brauchst also die Parkgenehmigung aus dem Büro am Sesriem-Tor. Seit dem 1. April 2026 zahlen Erwachsene aus dem Ausland 280 Namibia-Dollar pro Tag.
Quellen und Stand
Geprüft am 11. Oktober 2026
- Wikipedia (en): Sesriem Canyon (im Artikel Sesriem) abgerufen 2026-10-11
- Wikipedia (de): Sesriem-Canyon abgerufen 2026-10-11
- Ministry of Mines and Energy Namibia (Geological Survey): Geologie-Blatt Sesriem, a73 (Karpfenkliff-Formation rund 15 Mio. Jahre, Einschnitt seit rund 5 Mio. Jahren, Kiesel aus über 540 Mio. Jahre alten Karbonaten der Naukluft) abgerufen 2026-10-11
- Namibia Film Commission: Sesriem Canyon (verwaltet vom Umweltministerium MEFT, Zutritt nur bei Tageslicht, Drohnenverbot) abgerufen 2026-10-11
- Wikivoyage (en): Sossusvlei (Torregeln, Sonnenuntergang am Canyon) abgerufen 2026-10-11
- Namibian.org, 07.04.2026: Namib desert at Sossusvlei transforming into water world (Canyon am 6. April 2026 nur von oben zu sehen) abgerufen 2026-10-11
- ZigZag on Earth: Sesriem Canyon (4,5 km vom Tor, unter einer Stunde, Paviane) abgerufen 2026-10-11
- Tourism Update, 27.01.2026: Sharp hike in Namibia park fees (Gebühren des Umweltministeriums MEFT ab 1. April 2026) abgerufen 2026-10-11
- OpenStreetMap (Overpass, OSM-API): Node 4830147418 Park entrance, Node 974105918 Sossusvlei Permit Office, Way 87457281 Sesriem Canyon Parking (fee=no), Way 616694437 Stufen, Way 217409304 Pfad im Canyon, Way 839726055 Fläche Sesriem Canyon, Way 237457622 Sesriem Campsite, Way 308770089 Sossus Dune Lodge, Way 1208275745 Sesriem Airstrip. © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL) abgerufen 2026-10-11
- Google Maps: Ort „Sesriem Canyon“ (−24,51910 / 15,79975) abgerufen 2026-10-11
- Commons: „Baboons breaking into Tourist Cars“, Sonse, 13.09.2017, Kategorie Sesriem Canyon abgerufen 2026-10-11









