Hinter dem Haupttor wird das Land flach. Der Wagen rollt über eine helle Piste, links und rechts Gras bis zum Horizont, dazwischen einzelne Akazien und Palmen, und ganz hinten steht ein Kranz aus blauen Bergen. Ein Trupp Zebras hebt die Köpfe, weiter vorn ziehen Gnus im Gänsemarsch, und am Rand eines Gebüschs ragen zwei Giraffenhälse aus dem Grün. Das ist die Mkata Flood Plain, die Schwemmebene des Mkata-Flusses im Norden des Mikumi-Nationalparks, und fast jede Pirschfahrt im Park spielt sich hier ab.
Die Ebene liegt in einem Hufeisen aus Bergen: im Osten die Uluguru-Berge mit über 2.600 Metern, im Südwesten die zerklüfteten Vidunda-Berge. Offenes Grasland wechselt mit Akazienwald, Palmengruppen und flachen Senken, in denen nach dem Regen Wasser steht. Auf diesem Gras leben Büffel, Zebras, Gnus, Impalas und Giraffen, dazu Elenantilopen, die zu den größten Antilopen Afrikas gehören. Vier der Big Five teilen sich die Ebene, Elefant, Büffel, Löwe und Leopard. Ein Nashorn gibt es nicht.
Wann du kommst, entscheidet der Boden. Die Ebene besteht aus feinem schwarzem Ton, der bei Regen zu zähem Schlamm wird. Von November bis Mai sind die Rundwege oft nicht befahrbar. Ab Juni trocknet die Ebene ab, das Gras wird kurz und gelb, und die Tiere bleiben in der Nähe der letzten Wasserstellen. Dann drängt sich das Leben auf wenigen Kilometern. Nach einem nassen Jahr steht das Gras allerdings auch im Juni noch so hoch, dass ein liegender Löwe darin verschwindet.
Einsam ist die Ebene an den meisten Stellen, an einer Sichtung aber nicht lange. Die Fahrer halten über das Handy Kontakt, und wer einen Löwen findet, hat nach wenigen Minuten Gesellschaft. Die Pisten verlassen darf hier niemand, auch nicht für ein besseres Foto.