Felsen · Highlight

Die Sandsteinwände des Plateaus

auch: Waterberg Plateau · Waterberg cliffs · Etjo-Sandstein

Rote Felsen, die den Regen schlucken und ihn unten als Quelle wieder hergeben.

Die roten Wände aus Etjo-Sandstein ziehen sich rund fünfzig Kilometer durch die Ebene und steigen bis zu 200 Meter an. Der Stein saugt den Regen auf und gibt ihn am Fuß als Quellen wieder ab, deshalb ist es hier grün. Und weil kaum jemand hinaufkommt, wurde die Hochfläche 1972 zum Zufluchtsort für bedrohte Arten.

Besuchsdauer
Rund eine Stunde für die kurzen Wege am Fuß
Beste Reisezeit
Mai–Okt
Nächstes Tor
Tor Onjoka, 7,4 km Luftlinie

Wo genau?

Alle 6 Bilder
Senkrechte rote Sandsteinwand mit Rissen, gelben und grauen Flechten, Büsche am FußFoto: Jean & Nathalie, CC BY 2.0
Rote Sandsteinblöcke und Felspfeiler in der Nachmittagssonne, oben ein Baum vor blauem HimmelFoto: FrankBothe, CC BY-SA 4.0

Du fährst über die Ebene östlich von Otjiwarongo, und lange bevor du ankommst, liegt er am Horizont: ein dunkler Riegel, oben wie mit dem Lineal abgeschnitten. Aus der Nähe werden daraus die Sandsteinwände des Waterbergs, rote Felsen, die bis zu 200 Meter über die Savanne steigen und sich rund 50 Kilometer durch die Landschaft ziehen. Am Rastlager stehst du direkt darunter und legst den Kopf in den Nacken.

Der Fels ist versteinerte Wüste. Vor rund 190 Millionen Jahren lag hier ein Meer aus Sanddünen, das große Teile Namibias bedeckte. Die Dünen wurden zu Stein, dem Etjo-Sandstein. Als Gondwana auseinanderbrach, geriet die Erdkruste hier in Bewegung, und danach trug die Verwitterung über Jahrmillionen das Gestein ringsum ab. Stehen blieb der Tafelberg.

Leg die Hand auf die Wand, und du spürst, wie rau und körnig sie ist. Der Sandstein ist porös und schluckt den Regen wie ein Schwamm. Das Wasser sickert hinunter, bis es auf die dichte Omingonde-Schicht trifft, eine noch ältere Ablagerung aus einer Landschaft voller Seen. Dort kommt es nicht weiter, läuft auf der leicht nach Südosten geneigten Grenze entlang und tritt am Fuß der Wände als Quelle aus. Daher der Name, Waterberg heißt Wasserberg. Und daher der grüne Streifen mit Feigenbäumen am Hang, während ringsum Trockensavanne liegt.

Die Wände sind auch der Grund, warum es den Park gibt. Von unten kommt kaum ein großes Tier hinauf, also wurde die Hochfläche 1972 zum Zufluchtsort für bedrohte Arten: zuerst für die Elenantilopen, dann für Nashörner, Rappen- und Pferdeantilopen und Büffel. Tiere vom Waterberg haben später andere Schutzgebiete Namibias wieder besiedelt. Oben im Sandstein stecken außerdem rund hundert Fußabdrücke von Raubsauriern, die einst zwischen den Dünen liefen. Sie sind ein Fundort für die Forschung, kein Ausflugsziel.

Warum hin

Darum lohnen sich die Sandsteinwände des Waterbergs

  1. Die Wände ragen bis zu 200 Meter über die Savanne und ziehen sich rund 50 Kilometer hin. Du siehst sie schon von Weitem als roten Riegel am Horizont.
  2. Der Sandstein schluckt den Regen und gibt ihn am Fuß als Quellen zurück. Deshalb wachsen am Hang Feigenbäume, während ringsum Trockensavanne liegt.
  3. Weil die Wände kaum zu überwinden sind, wurde die Hochfläche 1972 zum Zufluchtsort für bedrohte Arten. Von hier aus wurden andere Schutzgebiete Namibias wieder besiedelt.
  4. Der Fels ist eine versteinerte Wüste: Etjo-Sandstein aus Dünen, die vor rund 190 Millionen Jahren hier lagen.
  5. Oben auf dem Plateau liegen an einer einzigen Fundstelle rund hundert Dinosaurierspuren.

Aus Reiseberichten und Foren

Unsere Geheimtipps für die Sandsteinwände am Waterberg

  • An die Wände kommst du ohne Führer Kurze markierte Wege führen ohne Führer an die Wände, mehr dazu bei den Wanderwegen am Waterberg.
  • In der Mittagshitze in den grünen Streifen Wo die Quellen am Fuß austreten, wächst ein schmaler Streifen mit Feigenbäumen und dichtem Grün, während die Ebene daneben trocken ist. Wenn die Sonne hoch steht, sind das die erträglichen Wege. Die Vögel sind ohnehin dort.
  • Die Dinosaurierspuren zum Anschauen liegen nicht im Park Die Fundstelle oben auf dem Plateau ist für die Forschung da, nicht für Besucher. Wenn du Spuren sehen willst, fahr zur Farm Otjihaenamaparero, rund 23 Kilometer östlich von Kalkfeld, seit 1951 Nationaldenkmal. Plan das als eigenen Halt auf der Strecke ein, vom Rastlager aus ist es kein kurzer Abstecher.
  • Komm am Nachmittag zurück an die Wand Am späten Nachmittag fällt flaches Licht auf den Fels, und die Wände leuchten orange bis rot. Leg deinen Spaziergang am Fuß in diese Stunden, dann hast du das Licht und die kühlere Luft zugleich.
ragen die Wände über die Savanne
bis 200 m
lang zieht sich der Sandsteinberg durch die Ebene
rund 50 km
alt sind die versteinerten Dünen im Fels
190 Mio. Jahre
Dinosaurierspuren an einer Fundstelle auf dem Plateau
rund 100

Wo genau

Lage und Anreise zu den Sandsteinwänden des Waterbergs8

Die Sandsteinwände des Waterbergs bilden den Rand des Waterberg-Plateau-Nationalparks im Norden Namibias, östlich von Otjiwarongo und rund 300 Straßenkilometer von Windhoek entfernt. Am nächsten kommst du ihnen am Rastlager gleich hinter dem Haupttor, die Quellen liegen an der Südostkante.

So kommst du hin

  • HaupttorTor · direkt am Fuß der Wand, das Rastlager liegt gleich dahinter
    21 km
  • WindhoekOrt · rund 300 km, 3 bis 3,5 Std. über B1 und C22
  • OtjiwarongoOrt · an der B1, hier tankst du Diesel

Kilometer in Luftlinie, die Fahrt ist länger.

In Google Maps öffnen

Wann hin

Beste Reisezeit für die Sandsteinwände des Waterbergs

Die Sandsteinwände des Waterbergs kannst du das ganze Jahr besuchen. Am angenehmsten ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober: Die Wege am Fuß sind trocken, die Tage mild. In der Regenzeit von November bis April saugt sich der Sandstein voll, der Hang wird grün, und die Wege können schlammig werden. Voll wird es von Juli bis September, wenn in Europa Sommerferien sind.

Oktober empfohlen

Der Oktober ist eine der besten Reisezeiten für die Sandsteinwände des Waterbergs. Im Oktober ist an den Sandsteinwänden des Waterbergs eher wenig los, gute Chancen also, dass du fast allein bist.

06:20Sonnenaufgang
18:52Sonnenuntergang
12,5 hTageslicht

Monatsmitte, Ortszeit (UTC+2).

Dein Tag an den Sandsteinwänden des Waterbergs

Hell und dunkel im gewählten Monat, dazu ein Vorschlag für deinen Ablauf.

  • 06:00–07:00Um 6 Uhr öffnet das Tor. Wenn du im Rastlager schläfst, stehst du schon am Fuß der Wand.
  • 07:00–10:00Morgens ist es auf den Wegen am Fuß kühl, und die Vögel sind im grünen Streifen unterwegs.
  • 11:00–15:00In der Hitze bleibst du unter den Feigenbäumen, wo die Quellen austreten.
  • 15:30–18:00Am späten Nachmittag fällt flaches Licht auf den Sandstein, und die Wände werden rot.
  • 06:20Sonnenaufgang im Oktober
  • 18:52Sonnenuntergang

Zum Ausprobieren

Lass es auf den Waterberg regnen34

Der Berg ist sein eigener Wasserspeicher. Tipp auf die Wolke und sieh zu, welchen Weg der Regen durch den Fels nimmt, bis er unten als Quelle wieder auftaucht.

  • Etjo-Sandstein: Versteinerte Wüstendünen. Der Stein ist porös und nimmt den Regen auf wie ein Schwamm.
  • Quellhorizont: Hier trifft das Wasser auf die dichte Schicht, läuft auf ihr entlang und kommt am Fuß der Wand ans Licht. Daher hat der Waterberg seinen Namen.
  • Omingonde-Schicht: Gepresste Ablagerungen einer noch älteren Seenlandschaft aus Konglomerat, Sand- und Tonstein. Hier kommt das Wasser nicht weiter.
  • Neigung: die Grenzschicht fällt leicht von Nordwesten nach Südosten
  • Austritt: Südostkante

Zum Vergleich

Höher als der Kölner Dom3

Bis zu 200 Meter Fels, das sagt sich leicht. Neben Bauwerken, die du kennst, siehst du, wie hoch die Wände über der Ebene stehen.

Bis zu 200 m von der Ebene bis zur Kante. Vergleichshöhen gerundet.

Vom Dünenmeer zum Zufluchtsort

Was der Fels erlebt hat235710

In diesen Wänden stecken eine Wüste, Dinosaurier und das Auseinanderbrechen eines Kontinents. Und seit 1972 eine Rettungsgeschichte für seltene Tiere.

  1. vor rund 190 Mio. Jahren

    Ein Meer aus Dünen

    Eine Wüste bedeckt große Teile Namibias. Ihre Dünen werden später zum roten Etjo-Sandstein.

  2. Unterer Jura

    Raubsaurier zwischen den Dünen

    Mittelgroße Raubsaurier laufen durch die Senken zwischen den Dünen. Rund hundert ihrer Abdrücke sind im Fels erhalten.

  3. vor 130 bis 150 Mio. Jahren

    Die Erde bewegt sich

    Als Gondwana auseinanderbricht, gerät die Erdkruste hier in Bewegung. Danach trägt die Verwitterung das weichere Gestein ringsum ab, und der Tafelberg bleibt stehen.

  4. 1972

    Der Park entsteht

    Die Hochfläche wird Schutzgebiet, zuerst für die Elenantilopen. Die Wände halten die Tiere oben, wie ein natürlicher Zaun.

  5. 1989

    Nashörner aus dem Damaraland

    Spitzmaulnashörner kommen auf das Plateau. Später besiedeln Tiere vom Waterberg andere Schutzgebiete Namibias.

  6. Mitte der 2000er

    Die letzten Kapgeier

    Am Waterberg lebte die letzte Kapgeier-Kolonie Namibias. 2007 waren noch acht erwachsene Vögel übrig, heute brütet die Art im Land nicht mehr.

  7. 2016

    Die Spuren werden beschrieben

    Forscher veröffentlichen die Fundstelle mit rund hundert Dinosaurierspuren auf dem Plateau.

Ehrlich gesagt

Passen die Sandsteinwände des Waterbergs zu dir?

Ja, wenn …

  • Du willst verstehen, warum mitten in der Trockensavanne ein grüner Berg steht.
  • Du gehst gern ein Stück zu Fuß und brauchst dafür keinen Führer.
  • Du suchst auf der Strecke von Windhoek nach Etosha einen Halt, der mehr ist als eine Übernachtung.
  • Du magst Felsen, Licht und Geschichten, die Jahrmillionen zurückreichen.

Eher nicht, wenn …

  • Du suchst große Tierherden. An den Wänden geht es um Fels, Wasser und Licht.
  • Du willst Dinosaurierspuren anfassen. Die Fundstelle im Park ist für die Forschung gesperrt.

Inspiration

Die Sandsteinwände des Waterbergs in Bildern

Roter Fels, grüner Hang und eine Kante, die bis zum Horizont reicht: So sehen die Sandsteinwände des Waterbergs aus.

Gut zu wissen

Hilfreiche Infos zu den Sandsteinwänden des Waterbergs

Was du vor deinem Besuch wissen solltest, damit du entspannt an die Wände kommst.

Anfahrt

Von Windhoek fährst du rund 300 Kilometer über die B1 und die C22, das dauert drei bis dreieinhalb Stunden. Die Tankstelle am Rastlager verkauft nur Benzin; Diesel tankst du vorher in Otjiwarongo.

An die Wand

Die kurzen Wege am Fuß beginnen am Rastlager und sind markiert. Die Karte bekommst du an der Rezeption, einen Führer brauchst du nicht.

Auf die Hochfläche

Mit dem eigenen Auto darfst du nicht hinauf. Ins Innere des Plateaus kommst du nur mit der geführten Pirschfahrt, die du an der Rezeption buchst, oder auf einer Mehrtageswanderung.

Mitnehmen

Pack Wasser, einen Sonnenhut und feste Schuhe ein. Auf den Wegen am Hang gehst du über Felsblöcke.

Du fragst

Fragen und Antworten zu den Sandsteinwänden des Waterbergs

Wie hoch sind die Sandsteinwände des Waterbergs?

Bis zu 200 Meter über der Ebene, und sie ziehen sich rund 50 Kilometer hin. Oben liegt die Hochfläche im Mittel auf rund 1.700 Metern über dem Meer. Das Gestein ist Etjo-Sandstein, versteinerte Dünen einer Wüste von vor rund 190 Millionen Jahren.

Gibt es am Waterberg Dinosaurierspuren?

Ja, aber du bekommst sie nicht zu sehen. Oben auf dem Plateau liegen an einer Fundstelle rund hundert Abdrücke mittelgroßer Raubsaurier, die Stelle ist für die Forschung reserviert. Spuren aus derselben Gesteinsschicht zum Anschauen findest du auf der Farm Otjihaenamaparero bei Kalkfeld, außerhalb des Parks.

Warum ist es am Hang so grün?

Weil der Berg Wasser speichert. Der Sandstein nimmt den Regen auf, das Wasser sammelt sich auf der dichten Schicht darunter und kommt am Fuß der Wände als Quelle heraus. Dort wächst ein grüner Streifen mit Feigenbäumen, mitten in der Trockensavanne.

Woher hat der Waterberg seinen Namen?

Von seinen Quellen. Waterberg heißt Wasserberg: Das Regenwasser, das der Sandstein aufnimmt, tritt an der Südostkante des Bergs als Quellen wieder aus.

Was kostet der Eintritt am Waterberg?

Seit dem 1. April 2026 zahlst du als Erwachsener aus einem Land außerhalb des südlichen Afrikas 280 N$ (rund 15 €) pro Tag, Gäste aus den SADC-Staaten 180 N$ (rund 10 €). Für ein Auto mit bis zu zehn Sitzen kommen 60 N$ (rund 3 €) dazu, Kinder bis 8 Jahre sind frei. Die Pirschfahrt auf die Hochfläche zahlst du extra.

Woher wir das wissen

Quellen und Stand

Geprüft am 13. Oktober 2026

  1. Eigene Recherche von Synapsenbrenner, Stand 22. September 2026
  2. Ministry of Environment, Forestry and Tourism (MEFT): Waterberg Plateau Park (1972, 405 km², 50 km langer poröser Sandsteinberg, Quellen am Fuß) abgerufen 2026-10-13
  3. Waterberg Wilderness: Waterberg Geology, nach Nicole Grünert „Namibias faszinierende Geologie“ (Etjo- und Omingonde-Formation, Schichtquellen, bis 200 m, im Mittel 1.700 m) abgerufen 2026-10-13
  4. Wikipedia: Waterberg (48 km lang, 15 km breit, Quellen an der nach Südosten fallenden Grenzschicht) abgerufen 2026-10-13
  5. Wagensommer, Latiano, Mocke, D’Orazi Porchetti, Wanke: A Dinosaur Ichnocoenosis from the Waterberg Plateau (Etjo Formation, Lower Jurassic), Namibia. Ichnos 23 (2016), S. 312–321 abgerufen 2026-10-13
  6. MEFT: Revised park entrance and conservation fees from 01 April 2026, Schreiben vom 15.01.2026 (veröffentlicht bei Namibia Wildlife Resorts), Gruppe mit Waterberg Plateau abgerufen 2026-10-13
  7. Synapsenbrenner: Waterberg-Plateau-Nationalpark abgerufen 2026-10-13
  8. Google Maps: Ort „Waterberg Plateau National Park“ (−20,35277 / 17,33767) abgerufen 2026-10-13
  9. OpenStreetMap: Park Gate (Node 4620922796), Waterberg Rest Camp (Way 685604874), Waterberg Plateau Viewpoint (Node 462208063), Groot Waterberg (Node 12168278219, ele 1878), Quellen Onjoka (Node 13359780051) und Okatjikona (Node 13359780048). © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL) abgerufen 2026-10-13
  10. Wikipedia: Waterberg-Plateau-Park (Elenantilope als Anlass, Kapgeier bis Mitte der 2000er) abgerufen 2026-10-13
  11. Wikipedia (en): Omingonde Formation (Oberes Perm bis Mittlere Trias, Karoo-Supergruppe) abgerufen 2026-10-13
  12. International Commission on Stratigraphy: Chronostratigraphische Tabelle (Unterer Jura rund 201 bis 175 Millionen Jahre) abgerufen 2026-10-13
  13. Wikimedia Commons: Waterberg 2.jpg, „im Nachmittagslicht“, Aufnahme 09.07.2016, 16:22 abgerufen 2026-10-13