Über dir kreist ein Bartgeier, und im Versteck hältst du den Atem an.
Ein geschlossenes Versteck an der Oribi-Schleife, vor dem die Ranger Kadaver auslegen. Gedacht ist es für Kapgeier und Bartgeier, die beide hier leben. Eröffnet hat der Park das Versteck 2012 mit einem Sponsor, das Geierrestaurant selbst ist älter. Eine Garantie ist es nicht: Wer Geier sehen will, braucht Zeit, Stille und Glück.
Du sitzt im Halbdunkel eines kleinen Steinhauses, die Fotoluke einen Spalt offen, draußen liegt ein Kadaver im Gras. Das ist das Vulture’s Restaurant, das Geierversteck an der Oribi-Schleife im Golden-Gate-Highlands-Nationalpark. Hinter dem Futterplatz leuchten die Sandsteinklippen, über dir kreisen Kapgeier, und mit etwas Glück zieht ein Bartgeier vorbei, der seltenste Geier im südlichen Afrika.
Die Ranger legen hier Kadaver für zwei bedrohte Arten aus, den Kapgeier und den Bartgeier. Den Futterplatz gibt es schon lange, das Versteck hat der Park 2012 mit dem Sponsor Sasol eröffnet. Vorher stand man am Straßenrand und schaute von oben auf ein Knochenfeld. Heute sitzt du auf Augenhöhe mit den Vögeln, und ein Erdwall verdeckt den Weg, auf dem du ankommst.
Der Bartgeier lebt fast nur von Knochen. Er trägt sie in die Luft und lässt sie aus 50 bis 80 Metern auf Felsen fallen, bis sie zerbrechen. Im südlichen Afrika gibt es nur noch 350 bis 390 Bartgeier, rund 200 davon erwachsen, und alle leben in den Bergen um Lesotho. Der Kapgeier ist schwerer gebaut und frisst Fleisch und Innereien. Er brütet in Kolonien an Felswänden.
Einen Fütterungsplan gibt es nicht, und Geier lassen sich nicht bestellen. Manchmal kreisen sie lange und drehen ab, weil unten eine Tür quietscht. Dafür kommen Schakale, Geierraben und Stare an den Kadaver. Du brauchst Zeit, Geduld und eine leise Hand an der Tür.
Warum hin
Darum lohnt sich das Vulture's Restaurant
Kapgeier und Bartgeier leben beide hier, und vom Bartgeier gibt es im südlichen Afrika nur noch einige hundert Tiere.
Du sitzt in einem geschlossenen Versteck auf Höhe der Vögel, nicht auf einer Plattform über ihnen.
Es gibt eigene Luken für Fotografen und einen Erdwall, der den Zuweg gegen die Vögel am Boden abschirmt.
Die ausgelegten Kadaver sind Schutz, nicht Schau: Sie halten die Geier von vergifteten Kadavern außerhalb des Parks fern.
Die Zufahrt ist asphaltiert, 4,2 Kilometer Schleife, und kostet Inhabern einer Genehmigung nichts extra.
Aus Reiseberichten und Foren
Unsere Geheimtipps für das Geierrestaurant im Golden Gate
Die Tür ist der Fehler, den alle machenGeier kreisen lange, bevor sie landen, und drehen ab, sobald sich unten etwas bewegt. Eine quietschende Tür reicht dafür, oder jemand, der über den Erdwall klettert. Komm leise an, zieh die Tür langsam zu und bleib dann sitzen.
Frag an der Rezeption, ob gerade etwas liegtWann ein Kadaver ausgelegt wird, kündigt niemand an. Die Ranger bringen einen, wenn einer anfällt. Ohne frisches Aas schaust du auf Knochen, deshalb lohnt die Frage an der Rezeption, bevor du hinausfährst.
Wer im Park schläft, sitzt vor Sonnenaufgang drinEine Schranke, die abends zugeht, gibt es nicht. Mit der Genehmigung in der Tasche fährst du morgens los, wann du willst, und Fotografen sitzen schon um 5.45 Uhr im Versteck. Die Rezeptionen öffnen erst um 7 Uhr, also holst du die Genehmigung am Tag vorher.
Rechne mit Schakalen statt GeiernSchakale sind am Kadaver oft schneller und bleiben länger. Einen Elandkadaver räumen sie schon mal an einem Tag ab, und ein satter Schakal hält rund zwanzig kreisende Kapgeier vom Landen ab. Am späten Nachmittag sind sie am aktivsten. Nimm das als eigenes Schauspiel, dann fährst du nicht enttäuscht heim.
Die Tankstelle in der Wegbeschreibung ist zuDie Abzweigung zur Oribi-Schleife liegt 2,4 Kilometer östlich der Tankstelle am Glen Reenen. Die ist seit dem 16. April 2026 bis auf Weiteres geschlossen. Als Wegmarke taugt sie weiter, zum Tanken nicht: Die nächste Zapfsäule steht in Clarens, rund 20 Kilometer entfernt.
Spannweite erreicht ein Bartgeier
2,83 m
erwachsene Bartgeier leben noch im südlichen Afrika
Das Vulture's Restaurant liegt im Osten des Golden-Gate-Highlands-Nationalparks an der Oribi-Schleife, rund 5 Kilometer östlich vom Glen Reenen Rest Camp und gut 26 Kilometer von Clarens. Vom Parkplatz an der Schleife gehst du rund 300 Meter zu Fuß über einen Grat.
So kommst du hin
Parkplatz am VersteckParkplatz · rund 300 m, zu Fuß gut 5 Min.
Glen Reenen Rest CampCamp · rund 5 km, gut 10 Min.
Das Vulture's Restaurant kannst du das ganze Jahr besuchen, Kapgeier und Bartgeier leben ganzjährig im Park. Am schönsten sind April und Mai sowie September und Oktober. Von Mai bis Dezember brüten die Bartgeier in den Felswänden der Region, im Juni und Juli sitzen sie auf den Eiern. Im Dezember, Januar und April ist im Park am meisten los.
Oktober empfohlen
Der Oktober ist eine der besten Reisezeiten für das Vulture's Restaurant. Im Oktober ist am Vulture's Restaurant eher wenig los, gute Chancen also, dass du fast allein bist.
Bartgeier bauen Nester und brüten Bartgeier-Brut
05:28Sonnenaufgang
18:13Sonnenuntergang
12,8 hTageslicht
Monatsmitte, Ortszeit (UTC+2).
Dein Tag am Vulture's Restaurant
Hell und dunkel im gewählten Monat, dazu ein Vorschlag für deinen Ablauf.
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05:45–07:00Fotografen sitzen jetzt schon im Versteck. Das geht nur, wenn du die Genehmigung am Vortag geholt hast.
07:00–17:30Die Rezeptionen sind offen. Hol dir die Genehmigung und frag gleich, ob gerade ein Kadaver liegt.
08:00–11:00Am Vormittag zieht mit etwas Glück ein Bartgeier über das Versteck. Geier landen nur, wenn unten alles still ist.
15:00–18:00Am späten Nachmittag sind die Schakale am aktivsten. Sie reißen Stücke vom Kadaver und tragen sie weg.
Ausgelegt wird der Kadaver für zwei Geierarten, aber am Tisch sitzen meist noch andere. Hier siehst du, wer kommt, wie wahrscheinlich das ist und was du tun kannst, damit er bleibt.
Foto: Francesco Veronesi, CC BY-SA 2.0
Kapgeier
Großer, heller Geier mit dunklen Schwungfedern und nacktem, bläulichem Hals, der in Kolonien an Felswänden brütet. Er frisst Fleisch und Innereien.
Sichtungschance
Kreisend über dem VersteckGute Chance
Landend am KadaverSelten
Wo du sie findest
hoch über dem Grat und den Klippen, bei Glück unten am Kadaver
So verhältst du dich
Bleib sitzen und still, auch wenn er tief kreist. Jede Bewegung am Eingang lässt ihn abdrehen.
Foto: Derek Keats, CC BY 2.0
Bartgeier
Der seltenste Geier im südlichen Afrika, mit rostrotem Bauch, schwarzem Bart am Schnabel und langen, spitzen Flügeln. Er frisst vor allem Knochen.
Sichtungschance
Über das Versteck ziehendSelten
Landend am KadaverGlückssache
Wo du sie findest
im Gleitflug über dem Grat, oft nur ein kurzer Überflug
So verhältst du dich
Halt die Kamera bereit und bleib leise. Er holt sich manchmal nur einen Knochen und verschwindet in der Schlucht.
Schakale
Hundeartige Räuber und Aasfresser, etwa so groß wie ein Fuchs. Am Futterplatz sind sie oft schneller als die Geier.
Sichtungschance
Gute Chance
Wo du sie findest
direkt am Kadaver, vor allem am späten Nachmittag
So verhältst du dich
Beobachte sie in Ruhe. Ein satter Schakal am Kadaver hält die Geier oft vom Landen ab.
Foto: Bernard Dupont, CC BY-SA 2.0
Geierrabe
Großer schwarzer Rabe mit weißem Fleck im Nacken und kräftigem Schnabel, der in den Bergen des südlichen Afrikas lebt.
Sichtungschance
Oft
Wo du sie findest
am Kadaver und auf den Steinen ringsum
So verhältst du dich
Er stört die Geier kaum. Schau zu, wie er Knochen packt und damit davonfliegt.
Foto: Bernard Dupont, CC BY-SA 2.0
Zweifarbenglanzstar
Dunkelbrauner Star mit weißem Bauchende und hellem Auge, der in Trupps über das Grasland zieht.
Sichtungschance
Gute Chance
Wo du sie findest
in Scharen rund um den Kadaver und im Gras
So verhältst du dich
Er stört die Geier nicht. Gut, um die Kamera einzustellen, solange du wartest.
Am Himmel wirken die Geier klein. Gib deine Körpergröße ein, dann siehst du, wie deine Armspanne neben den Flügeln eines Kapgeiers und eines Bartgeiers aussieht.
Faustregel: Deine Armspanne ist ungefähr so groß wie deine Körpergröße.
Am Kadaver hat jeder Gast seinen Teil. Tipp auf ein Stück, dann siehst du, wer es nimmt und warum der Bartgeier als Letzter kommt.
Wer holt sich dieses Stück?: Kapgeier reißen Muskelfleisch heraus. Schakale nehmen große Brocken mit und tragen sie weg.
Wer holt sich dieses Stück?: Mit dem langen, nackten Hals kommen Kapgeier tief in den Körper hinein.
Wer holt sich dieses Stück?: Bis zu 85 Prozent seiner Nahrung sind beim Bartgeier Knochen. Große Stücke lässt er aus 50 bis 80 Metern auf Felsen fallen, bis sie brechen, und frisst das Mark. Geierraben tragen kleinere Knochen davon.
Ehrlich gesagt
Passt das Vulture's Restaurant zu dir?
Ja, wenn …
Du hast Geduld und sitzt gern eine Stunde still, ohne dass etwas passieren muss.
Du fotografierst Greifvögel und willst auf Augenhöhe mit ihnen sein.
Du übernachtest im Park und kannst vor Sonnenaufgang im Versteck sitzen.
Dich interessiert, wie Artenschutz im Alltag eines Parks aussieht.
Eher nicht, wenn …
Du willst sicher Geier sehen. Ob einer landet, weiß vorher niemand.
Dir macht der Anblick und Geruch von Aas zu schaffen.
Du reist mit Kindern, die nicht lange leise sitzen mögen.
Inspiration
Das Vulture's Restaurant in Bildern
Ein Futterplatz vor Sandsteinklippen, Raben auf den Knochen und das weite Grasland an der Oribi-Schleife: ein erster Blick, bevor du selbst im Versteck sitzt.
Ein paar Dinge entscheiden darüber, ob dein Besuch klappt, von der Genehmigung bis zum vollen Tank.
Im Versteck
Bleib hinter dem Erdwall, sonst sieht man dich vom Futterplatz aus. Den Kadaver legen nur die Ranger aus.
Genehmigung
Hol dir die Genehmigung an der Rezeption im Glen Reenen Rest Camp oder im Golden Gate Hotel, täglich 7 bis 17.30 Uhr. Wer früh ins Versteck will, holt sie am Vortag.
Anfahrt
Die Oribi-Schleife ist asphaltiert, ein normales Auto reicht. Sie ist eine Einbahnstraße mit Tempo 30, die Abzweigung liegt 2,4 Kilometer östlich der Tankstelle am Glen Reenen.
Tanken
Die Tankstelle am Glen Reenen ist seit April 2026 geschlossen. Tank in Clarens voll, bevor du in den Park fährst.
Mitnehmen
Pack Fernglas, ein langes Objektiv, Wasser und etwas zu essen ein. Wer auf Geier wartet, sitzt schnell ein paar Stunden. Am Versteck gibt es eine Toilette.
Fragen
Frag an der Rezeption, ob gerade ein frischer Kadaver liegt. Das spart dir im Zweifel die Fahrt.
Du fragst
Fragen und Antworten zum Vulture's Restaurant
Wann werden die Geier im Vulture's Restaurant gefüttert?
Einen festen Plan gibt es nicht. Die Ranger legen einen Kadaver aus, wenn einer anfällt, und kündigen das nicht an. Frag an der Rezeption, ob gerade frisches Aas liegt, sonst schaust du auf Knochen.
Brauche ich einen Geländewagen?
Nein. Die Oribi-Schleife ist 4,2 Kilometer lang und asphaltiert, ein normales Auto reicht, es gilt Tempo 30. Die Abzweigung liegt 2,4 Kilometer östlich der Tankstelle am Glen Reenen auf der linken Seite. Vom Parkplatz gehst du rund 300 Meter zu Fuß über den Grat.
Kostet das Versteck extra?
Nein. Du zahlst nur die Tagesgebühr des Parks: ab 1. November 2026 rund 19 € für Erwachsene aus dem Ausland und rund 10 € für Kinder, bis Ende Oktober 2026 noch rund 18 € und rund 9 €. Die Genehmigung bekommst du an der Rezeption im Glen Reenen Rest Camp oder im Golden Gate Hotel, täglich 7 bis 17.30 Uhr.
Wie groß ist die Chance, Geier zu sehen?
Das weiß vorher niemand. Kreisende Kapgeier siehst du öfter als landende, und manchmal landet einen ganzen Tag lang keiner, auch wenn frisches Aas liegt. Andere sehen in einer Stunde den Bartgeier. Bring Zeit mit, bleib leise und freu dich über Schakale und Raben als Zugabe.
Welche Geier gibt es im Golden-Gate-Highlands-Nationalpark?
Zwei Arten leben hier: der Kapgeier und der Bartgeier. Der Kapgeier gilt weltweit als gefährdet. Der Bartgeier ist im südlichen Afrika vom Aussterben bedroht, es gibt nur noch 350 bis 390 Tiere, alle in den Bergen rund um Lesotho.
Was ist ein Geierrestaurant?
Ein Futterplatz, an dem Ranger Kadaver für die Geier auslegen. Die Geier finden dort sicheres Futter und müssen weniger an Kadavern außerhalb fressen, die vergiftet sein können. Gift ist im südlichen Afrika die häufigste Todesursache der Bartgeier.
Woher wir das wissen
Quellen und Stand
Geprüft am 13. Oktober 2026
Eigene Recherche von Synapsenbrenner, Stand 23. September 2026