Der Motor brummt im ersten Gang, die Räder mahlen sich durch hellen Sand, und vor dir liegt eine Piste, auf der seit Tagen niemand gefahren ist. Das sind die Dornbuschflächen im Khaudum: das weite Innere des Khaudum-Nationalparks im Nordosten Namibias, zwischen dem Sikereti-Tor im Süden und dem Khaudum Camp im Norden. Rund 80 bis 90 Kilometer Piste liegen zwischen den beiden Camps, und im ganzen Park sind im Jahr weniger als 3.000 Menschen unterwegs.
Der Boden ist Kalahari-Sandveld, tiefer, lockerer Sand. Im Süden, wo Kalk und Lehm näher an der Oberfläche liegen, wächst niedriger Dornbusch, dazwischen öffnen sich Grasflächen. Nach Norden wird der Sand tiefer und der Wald höher: Sambesi-Teak, Burkea, Kameldorn, Bleiholz und der immergrüne Falsche Mopane. Durch beides ziehen sich die Omurambas, alte Flussrinnen, die heute meist trocken liegen. Ihnen folgen die Pisten, und ihnen folgt das Wild.
Du kommst mit 12 bis 20 Kilometern in der Stunde voran. Manchmal hat ein Elefant einen Baum quer über die Piste gedrückt, dann suchst du dir im Sand einen Weg drumherum. An den Wasserstellen hältst du an: Zwölf sind künstlich angelegt, zwei Quellen sind natürlich, und an den meisten steht ein Ansitz, von dem aus du schaust, ohne auszusteigen. In der Trockenzeit kommen die Elefanten hierher, bei Zählungen waren es mehr als 3.500 Tiere im Park.
Der Khaudum ist bis auf die Grenze zu Botswana nicht eingezäunt. Afrikanische Wildhunde und Pferdeantilopen, beide selten geworden, ziehen hier frei umher. Darum gelten klare Regeln: mindestens zwei Geländewagen, Wasser und Essen für mehrere Tage, und wer festsitzt, bleibt beim Auto. Hilfe kommt, aber vielleicht erst nach einer Weile.