Baum · Highlight
Die Baobabs des Khaudum
auch: Affenbrotbaum · Baobab Namibia · Dorslandboom · Dorsland Baobab · Holboom · Grootboom · ältester Baum Namibias
Ein Baum, der seit rund 2.100 Jahren wächst, liegt am Boden und treibt trotzdem weiter aus.
Affenbrotbäume stehen im Khaudum einzeln und verstreut am Pistenrand, nicht in Gruppen. Die bekannten Riesen der Gegend stehen südlich der Parkgrenze in der Nyae-Nyae-Conservancy, allen voran der auf rund 2.100 Jahre geschätzte Dorslandboom.
- Trubel
- 1 von 5
- Beste Reisezeit
- Mai–Sep
- Nächstes Tor
- Khaudum-Station, Nordtor, 8,1 km Luftlinie
Du fährst stundenlang durch hellen Sand und niedrigen Busch, und dann steht da plötzlich ein Stamm wie ein grauer Turm, mit kahlen Ästen, die aussehen wie Wurzeln im Himmel. Die Baobabs des Khaudum wachsen einzeln, nicht in Hainen. Du findest sie im Westen des Parks, einer steht am Khaudum Camp im Norden. Einen Baobab-Platz mit Schild gibt es nicht: Du hältst an, wenn einer am Pistenrand auftaucht.
Die großen, alten Bäume stehen kurz vor dem Park, in der Nyae-Nyae-Conservancy um Tsumkwe. Wenn du von Süden kommst, liegt der Dorslandboom direkt an deinem Weg, an der Piste D3315, rund 15 Kilometer vor dem Sikereti-Tor. Rund 2.100 Jahre ist er alt, der älteste bekannte Baum Namibias. Acht Stämme sind hier zu einem Ring verwachsen. Einige liegen längst am Boden und treiben trotzdem weiter aus. Der größte, eigentlich zwei verwachsene Stämme, kippte 2006 und starb. Forscher nennen den Baum deshalb halb im Scherz einen Baobab, der zugleich tot und lebendig ist.
Geh einmal langsam um ihn herum. In die Rinde sind Jahreszahlen geritzt: 1883 von den Dorslandtrekkern, die hier auf ihrem Weg nach Angola lagerten, und 1891 mit drei Namen von einer deutschen Abteilung, die vorbeizog. Ganz in der Nähe standen noch mehr Riesen. Der Grootboom, 32 Meter hoch, fiel 2004 und 2005 ganz in sich zusammen, am Holboom brechen seit 2012 Stämme weg. Warum die alten Baobabs im südlichen Afrika gerade sterben, ist noch nicht geklärt; die Forscher vermuten, dass das veränderte Klima eine Rolle spielt.
Ein alter Baobab ist ein kleines Dorf für sich. Elefanten reißen in der Trockenzeit mit den Stoßzähnen die Rinde auf, um an das feuchte Holz zu kommen, in der Krone hängen Nester, im Stamm speichert der Baum in der Regenzeit Wasser. Im Khaudum siehst du das fast ohne Publikum: Im ganzen Jahr kommen weniger als 3.000 Menschen in den Park.
Darum lohnen sich die Baobabs des Khaudum
- Am Dorslandboom stehst du vor dem ältesten bekannten Baum Namibias, rund 2.100 Jahre alt.
- Der Baum liegt zum Teil am Boden und treibt trotzdem weiter aus. So etwas siehst du selten so deutlich.
- In der Rinde stehen Jahreszahlen aus dem 19. Jahrhundert, 1883 von den Dorslandtrekkern und 1891 von einer deutschen Abteilung.
- Im Park selbst hast du die Baobabs fast immer für dich allein, im ganzen Jahr kommen weniger als 3.000 Besucher.
Aus Reiseberichten und Foren
Unsere Geheimtipps für die Baobabs des Khaudum
- Nimm den Dorslandboom auf dem Weg zum Südtor mit Der Baum steht an der Piste D3315, rund 15 Kilometer vor dem Sikereti-Tor, also genau auf der Strecke von Tsumkwe in den Park. In Kartendiensten ist er als Dorslandboom eingetragen, du musst nicht suchen. Halt an, steig aus und geh einmal ganz herum: Die eingeritzten Jahreszahlen findest du nur aus der Nähe.
- Erwarte keine unversehrten Riesen mehr Seit 2004 sind die großen Baobabs der Gegend eingebrochen oder haben Stämme verloren: der Grootboom ganz, Holboom, Dorslandboom und der Leboom bei Makuri zum Teil. Ältere Reiseführer und Bildbände zeigen sie noch vollständig. Wer wegen eines intakten Riesen einen Umweg plant, weiß jetzt, was ihn erwartet. Schön sind die Bäume trotzdem, nur anders.
- Schlaf einmal unter einem Baobab Die Nyae-Nyae-Conservancy betreibt südlich des Parks einfache Gemeinschafts-Campingplätze. Am Platz Makuri steht ein großer Affenbrotbaum mitten im Gelände. Versorgung gibt es keine: Wasser und alles andere bringst du mit, Feuerholz kannst du vor Ort kaufen, und die Einnahmen bleiben in der Gemeinschaft.
- Jahre alt ist der Dorslandboom, der älteste Baum Namibias
- rund 2.100
- misst sein Stamm rundherum, bei 14,3 m Höhe
- über 30 m
- der ältesten Baobabs Afrikas sind seit 2006 ganz oder teils gestorben
- 9 von 13
- südlich des Sikereti-Tors steht der Dorslandboom
- rund 15 km
Lage und Anreise zu den Baobabs des Khaudum10
Die Baobabs des Khaudum stehen einzeln im Westen des Khaudum-Nationalparks in Kavango-Ost, im Nordosten Namibias an der Grenze zu Botswana, einer davon am Khaudum Camp im Norden. Der berühmteste, der Dorslandboom, steht rund 15 Kilometer südlich des Sikereti-Tors an der Piste D3315 nach Tsumkwe.
So kommst du hin
- DorslandboomOrt · rund 15 km südlich des Sikereti-Tors, direkt an der D331589 km
- Sikereti-TorTor · Südtor, rund 15 km nördlich des Dorslandbooms74 km
- TsumkweOrt · rund 35 km bis zum Dorslandboom124 km
- Katere an der B8Ort · 46 km Tiefsand bis zum Nordtor, rund drei Stunden
Kilometer in Luftlinie, die Fahrt ist länger.
Beste Reisezeit für die Baobabs des Khaudum
Die Baobabs des Khaudum besuchst du am besten von Mai bis September. Dann sind die Pisten trocken und befahrbar, und die Bäume stehen kahl da, sodass du ihre ganze Form siehst. Kurz vor dem Regen, im Oktober und November, treiben sie neues Laub aus. Von November bis April regnet es, und die Sandpisten werden zu Schlamm.
Oktober möglich
Im Oktober kannst du die Baobabs des Khaudum gut besuchen, die besten Monate sind es aber nicht. Im Oktober ist bei den Baobabs des Khaudum eher wenig los, gute Chancen also, dass du fast allein bist.
Neues Laub kurz vor dem Regen neues Laub
Monatsmitte, Ortszeit (UTC+2).
Dein Tag bei den Baobabs des Khaudum
Hell und dunkel im gewählten Monat, dazu ein Vorschlag für deinen Ablauf.
- 06:00–09:00Fahr früh in Tsumkwe los. Am Dorslandboom fällt das Licht jetzt flach über die liegenden Stämme, und es ist noch kühl.
- 09:00–15:00Weiter durchs Sikereti-Tor in den Park. Halt an, wenn am Pistenrand ein Baobab steht, und lass dir Zeit.
- 15:00–18:00Such dir eine Wasserstelle mit Ansitz. Am späten Nachmittag kommen die Elefanten, die auch an den Baobabs fressen.
- 18:00–06:00Sei vor der Dunkelheit im Camp. Zu Fuß bist du nachts nicht unterwegs, das rät auch das Ministerium.
- 06:07Sonnenaufgang im Oktober
- 18:38Sonnenuntergang
Das Leben des Dorslandbooms567
Der Dorslandboom wuchs schon zur Zeit Julius Caesars. Hier siehst du, was er seitdem erlebt hat, und warum er heute halb liegt und trotzdem weiterwächst.
- vor rund 2.100 Jahren
Der erste Stamm keimt
Der älteste Teil des Dorslandbooms beginnt zu wachsen. Spätere Stämme kommen dazu und verwachsen zu einem Ring.
- um 1370
Der älteste Stamm hört auf zu wachsen
Der älteste Doppelstamm wird nicht mehr dicker. Er lebt aber noch über 600 Jahre weiter.
- vor 1880
Zwei Stämme kippen
Zwei Stämme fallen um. Ihre Reste leben bis heute weiter.
- 1883
Die Dorslandtrekker lagern hier
Siedler auf dem Weg aus dem Transvaal nach Angola schlagen unter dem Baum ihr Lager auf. Sie ritzen die Jahreszahl in die Rinde.
- 1891
Drei Namen in der Rinde
Eine deutsche Abteilung zieht vorbei und ritzt 1891 und drei Namen in den Stamm. Du kannst sie heute noch finden.
- 2004 und 2005
Der Grootboom fällt
Rund 40 Kilometer weiter südlich bricht der Grootboom ganz zusammen. Er war 32 Meter hoch.
- 2006
Der größte Stamm stirbt
Der größte Stamm des Dorslandbooms, eigentlich zwei verwachsene, kippt um und stirbt. Die übrigen wachsen weiter.
- seit 2012
Der Holboom bricht
Am Holboom bei Tsumkwe brechen Stämme und Teile der Höhlenwände weg. Er ist rund 1.800 Jahre alt.
- 2018
Eine Studie schlägt Alarm
Forscher melden: 9 der 13 ältesten Baobabs Afrikas sind in zwölf Jahren ganz oder teilweise gestorben. Die Ursache ist noch offen, sie vermuten das veränderte Klima.
Wie viele Menschen braucht es, um einen Baobab zu umarmen?5
Ein Baobab ist so dick, dass man ihn nur gemeinsam umfassen kann. Stell deine Armspanne ein und wähl einen Baum. Du siehst, wie viele Leute Hand in Hand einmal um den Stamm reichen.
- Dorslandboom: steht, der größte Stamm kippte 2006
- Dorslandboom, Alter: rund 2.100 Jahre
- Dorslandboom, Umfang: über 30 m
- Holboom: steht, seit 2012 brechen Stämme weg
- Holboom, Alter: rund 1.800 Jahre
- Leboom bei Makuri: steht, mehrere alte Stämme gekippt oder gebrochen
- Leboom bei Makuri, Alter: rund 1.600 Jahre
- Grootboom: 2004 und 2005 ganz zusammengebrochen
- Grootboom, Alter: rund 1.500 Jahre
Passen die Baobabs des Khaudum zu dir?
Ja, wenn …
- Du fährst ohnehin von Tsumkwe in den Khaudum und nimmst gern einen Halt mit, der Geschichte hat.
- Dich fasziniert ein Lebewesen, das schon zur Zeit der Römer wuchs.
- Du magst Orte, an denen du allein bist, auch wenn sie nicht perfekt aussehen.
Eher nicht, wenn …
- Du suchst einen Hain mit vielen Baobabs nebeneinander. Im Khaudum stehen sie einzeln.
- Du erwartest den unversehrten Riesenbaum aus dem Bildband. Den gibt es so nicht mehr.
Die Baobabs des Khaudum in Bildern
Mächtige Stämme, knotige Rinde und kahle Kronen über dem Busch: so sehen die alten Baobabs am Rand des Khaudum aus.
Hilfreiche Infos zu den Baobabs des Khaudum
Die Baobabs liegen weit draußen, und Versorgung gibt es kaum. Mit diesen Dingen wird dein Halt an den alten Bäumen entspannt.
Anfahrt
Von Tsumkwe fährst du auf der D3315 rund 35 Kilometer nach Norden zum Dorslandboom und von dort rund 15 Kilometer weiter zum Sikereti-Tor. Für die Piste und den Park brauchst du Allrad.
Tanken
In Tsumkwe tankst du zum letzten Mal vor dem Park. Im Khaudum selbst gibt es keinen Treibstoff.
Übernachten
Rund um Tsumkwe betreibt die Nyae-Nyae-Conservancy einfache Gemeinschafts-Campingplätze, einer davon, Makuri, liegt direkt an einem Baobab. Wasser und Vorräte bringst du mit.
Respekt
Ritz nichts in die Rinde und kletter nicht auf liegende Stämme. Viele der alten Bäume leben nur noch in Teilen.
Fragen und Antworten zu den Baobabs des Khaudum
Gibt es im Khaudum-Nationalpark Baobabs?
Ja. Affenbrotbäume wachsen vor allem im Westen des Parks, einer steht am Khaudum Camp im Norden. Sie stehen einzeln am Pistenrand, nicht in Gruppen, und einen ausgeschilderten Baobab-Platz gibt es im Park nicht.
Wo stehen die großen Baobabs bei Tsumkwe?
Südlich des Parks in der Nyae-Nyae-Conservancy. Der Dorslandboom steht an der Piste D3315, rund 15 Kilometer vor dem Sikereti-Tor. Holboom und der Leboom bei Makuri liegen östlich von Tsumkwe.
Wie alt ist der Dorslandboom?
Rund 2.100 Jahre, das ergab die Radiokarbon-Datierung. Damit ist er der älteste bekannte Baum Namibias. Er ist 14,3 Meter hoch und misst über 30 Meter rundherum. Sein größter Stamm, eigentlich zwei verwachsene, kippte 2006, die übrigen wachsen weiter.
Warum sterben die alten Baobabs in Namibia?
Genau weiß das noch niemand. Eine Studie von 2018 zählte 9 der 13 ältesten Baobabs Afrikas, die in zwölf Jahren ganz oder teilweise gestorben sind, darunter Grootboom, Holboom und Dorslandboom. Die Forscher vermuten, dass das veränderte Klima im südlichen Afrika eine Rolle spielt.
Kann ich unter einem Baobab zelten?
Ja, auf den Gemeinschafts-Campingplätzen der Nyae-Nyae-Conservancy. Am Platz Makuri steht ein großer Baobab mitten im Gelände. Versorgung gibt es keine, Wasser und Vorräte bringst du selbst mit.
Quellen und Stand
Geprüft am 13. Oktober 2026
- Eigene Recherche von Synapsenbrenner, Stand 22. September 2026
- Eigene Recherche von Synapsenbrenner abgerufen 2026-10-13
- MEFT: Khaudum National Park (weniger als 3.000 Besucher im Jahr; Regeln für Selbstfahrer) abgerufen 2026-10-13
- Ministry of Environment and Tourism: Fact Sheet Khaudum National Park (ohne Jahr, vor 2020; „There are baobabs in the western section of the park“; mindestens zwei 4x4; nachts nicht zu Fuß) abgerufen 2026-10-13
- Patrut, A. u. a.: The demise of the largest and oldest African baobabs, Nature Plants 4 (2018), Manuskript im Repositorium der Universität Pretoria (Tabellen 1 und 2: Dorslandboom 14,3 m, über 30 m Umfang, rund 2.100 Jahre, älteste Stämme 2006 gestorben; Holboom 35,1 m Umfang, rund 1.800 Jahre, Stämme seit 2012 abgebrochen; Makuri Leboom 34,23 m, 14,5 m, rund 1.600 Jahre; Grootboom 30,6 m, 32 m, rund 1.500 Jahre, 2004 bis 2005 zusammengebrochen; 9 der 13 ältesten gestorben, Ursache unklar, Klima vermutet) abgerufen 2026-10-13
- Patrut, A. u. a.: Growth stop and sequential stem death in old African baobabs, 2017, Repositorium der Universität Pretoria (Dorslandboom: acht Stämme, zwei vor 1880 gekippt und lebendig, ältester Doppelstamm wächst seit etwa 1370 nicht mehr, größter Stamm 2006 gekippt; „Schrödingers Baobab“) abgerufen 2026-10-13
- Wikipedia (en): Dorsland tree (Lager der Dorslandtrekker 1883, Inschrift 1891 einer deutschen Abteilung mit drei Namen) abgerufen 2026-10-13
- Wikipedia (de): Afrikanischer Affenbrotbaum (neues Laub im Frühsommer kurz vor der Regenzeit; Wasserspeicher; Elefanten öffnen in der Trockenzeit die Rinde) abgerufen 2026-10-13
- OpenStreetMap: Dorslandboom (Node 4292864016), Makuri Camp (Node 3137209784) mit Baobab (Node 3137209785), Holboom (Node 3137291107); kein Baobab innerhalb der Parkgrenze eingetragen. Entfernungen als Luftlinie gerechnet. © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL) abgerufen 2026-10-13
- iNaturalist: Afrikanischer Affenbrotbaum am Khaudum Camp, Hugo David Caverzasi, 22.08.2017, Forschungsqualität (−18,50329 / 20,75471, Genauigkeit 367 m; Foto CC BY-NC, nur als Lagebeleg) abgerufen 2026-10-13
- iNaturalist: Dorsland Baobab, Kobus Meyer (koos_the_reader), 01.07.2023, Forschungsqualität, Fotos CC BY (Baum im Juli kahl) abgerufen 2026-10-13
- Flickr: Baobab Tree I, David Barrie, Nyae-Nyae-Conservancy (CC BY 2.0) abgerufen 2026-10-13
- Ministry of Environment and Tourism: Faltblatt Khaudum National Park (ohne Jahr, vor 2020; Regen von November bis April; Treibstoff in Tsumkwe) abgerufen 2026-10-13
- Synapsenbrenner: Karte Khaudum-Nationalpark abgerufen 2026-10-13
- Lonely Planet: Dorslandboom (34 km nördlich von Tsumkwe) abgerufen 2026-10-13







