Du stehst an der Uferkante, unter dir zieht sich ein brauner Fluss in engen Schleifen durch helles Gras. Am Wasser drängen sich Zebras, Kopf an Kopf, dahinter wartet ein Elefantenbulle, bis er dran ist. Das ist der Boteti: die Westgrenze des Makgadikgadi-Pans-Nationalparks und in der Trockenzeit das einzige Wasser weit und breit. Was im Park lebt, kommt hierher.
Der Fluss ist der Abfluss des Okavango-Deltas und läuft über 300 Kilometer nach Südosten. Er führt nur, was das Delta übrig hat. 1989 blieb das Wasser aus, und rund zwanzig Jahre lag das Bett trocken. Flusspferde harrten in den letzten Wasserlöchern aus, Krokodile zogen sich in Höhlen an der Uferkante zurück. 2009 kam das Wasser zurück. Seitdem kommt und geht es, und im Ende März 2026 hat eine neue Flut aus dem Delta den Lauf wieder gefüllt.
Von Juni bis September ist am Boteti am meisten los. Tausende Zebras stehen dann an den Ufern, dazu Gnus, Kudus, Impalas und Giraffen. Fast alle Elefanten, die du hier triffst, sind Bullen. Sie kommen auf ausgetretenen Pfaden aus dem Busch zum Trinken. Die beste Strecke liegt im Flussbett und auf den Uferpisten nördlich des Campingplatzes Khumaga, direkt vor der Zeltwand.
Von Westen kommst du nur über den Fluss in den Park. Am Khumaga-Tor setzt eine Pontonfähre über, immer ein Fahrzeug auf einmal. Auf dem anderen Ufer liegt das Dorf Khumaga mit seinen Feldern, getrennt vom Park durch einen Zaun und, wenn er fließt, durch den Fluss selbst. Frag vor der Reise nach, ob gerade Wasser steht. Davon hängt ab, wie du hinüberkommst und wie dicht die Tiere stehen.