Im Malolotja Nature Reserve stehst du am Logwaja-Aussichtspunkt, und vor dir fällt das Land in Falten ab: grasige Grate, dunkle Waldstreifen in den Schluchten, ganz unten das Tal des Nkomati. Das Reservat im Nordwesten Eswatinis umfasst 18.000 Hektar, die letzte große Bergwildnis des Landes, und reicht von 640 Metern im Nkomati-Tal bis auf 1.829 Meter am Ngwenya, dem zweithöchsten Berg Eswatinis. Auf der anderen Seite der Grenze liegt schon Südafrika.
Hierher kommst du zum Wandern. Rund 200 Kilometer Wege ziehen durch das Hochland, dazu 17 bis 19 einfache Lagerplätze an Bächen, mit denen du Touren von zwei bis sieben Tagen gehen kannst. Für einen Tag reicht die Runde vom Logwaja-Startpunkt hinunter zu den Malolotja Falls: Der Pfad verliert auf knapp zwei Kilometern rund 350 Höhenmeter, der Fluss stürzt über mehrere Stufen in seine Schlucht, und den ganzen Rückweg geht es bergauf. An den Klippen über den Fällen brütet eine Kolonie Glattnackenrappe, große schwarze Ibisse mit kahlem rotem Kopf.
Auf den Grashängen grasen Blessböcke, Elenantilopen, Zebras und Gnus, auf den warmen Granitblöcken sonnen sich bunte Gürtelechsen. Über 280 Vogelarten wurden gezählt, mehr als die Hälfte aller Arten des Landes, darunter die seltene Blauschwalbe. Im Frühling blühen fast 40 Orchideenarten, Brunsvigien und alte Palmfarne.
Im Süden des Reservats führt eine steile Treppe zur Lion Cavern an der Ngwenya-Mine. Hier haben Menschen vor mehr als 43.000 Jahren rotes Eisenerz aus dem Berg geschlagen, es gilt als die älteste bekannte Mine der Welt. Wer lieber fliegt als läuft, nimmt die Canopy-Tour: elf Plattformen, zehn Seilrutschen und eine 50 Meter lange Hängebrücke über den Majolomba.