Du sitzt auf der Terrasse des Restaurants, der Kaffee dampft, und unten am Wasserloch schiebt sich ein Breitmaulnashorn aus dem Busch. Ein Flusspferd hebt den Kopf aus dem Wasser, ein Marabu stakst am Ufer entlang. Zwischen dir und den Tieren liegen nur zwei Stränge Draht. Das ist der Hlane Royal National Park, mit 22.000 Hektar das größte Schutzgebiet von Eswatini, flaches Buschland im Lowveld im Nordosten des Landes.
Hlane heißt auf SiSwati „Wildnis“. Früher jagten hier die Könige, 1967 ließ König Sobhuza II. das Gebiet zum Nationalpark erklären. Bis heute hält König Mswati III. den Park für die Nation, geführt wird er von Big Game Parks. Hier leben die größten Wildherden des Königreichs: Gnus, Zebras, Kudus, Impalas, dazu Elefanten, Giraffen, Breitmaul- und Spitzmaulnashörner. In den alten Akazien brüten Weißrückengeier, insgesamt leben fünf Geierarten im Park.
Und dann die Löwen. Sie sind die einzigen im ganzen Land und leben in einem eigenen, extra gesicherten Bereich. Dorthin kommst du nur mit einer geführten Pirschfahrt im offenen Geländewagen, zweieinhalb Stunden lang, bei Sonnenaufgang, mittags oder bei Sonnenuntergang. Mit dem eigenen Auto fährst du auf den Pisten der übrigen Zonen, bei Trockenheit geht das auch mit einem normalen Pkw. Auf der Rhino Drive steigst du mit etwas Glück aus und gehst mit dem Ranger leise zu Fuß auf ein Nashorn zu.
Abends wird es still im Ndlovu Camp. Strom gibt es hier nicht, in den Hütten brennen Petroleumlampen, und am Wasserloch grunzen die Flusspferde. Bei Sonnenuntergang musst du im Camp sein, danach fährt niemand mehr. Wer es noch ruhiger mag, schläft 16 Kilometer weiter nördlich im Bhubesi Camp am Mbuluzane-Fluss, mit Strom und eigener Küche, aber außerhalb des Bereichs der Nashörner und Löwen.